17.05.2016 08:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
«Milchpreissenkung zu Lasten des Tierwohls»
Die jüngsten Preissenkungen für Milchprodukte bei den Discountern Aldi und Norma in Deutschland gefährdeten nicht nur die Existenz der Milchbauern, sondern sie gingen auch zu Lasten der Tiere.

Darauf hat der Deutsche Tierschutzbund am Montag vergangener Woche  hingewiesen und die Rotstiftaktion des Handels als «völlig falsches Signal an die Verbraucher» bezeichnet. «Billigpreise erziehen die Verbraucher dahingehend, dass mittlerweile sogar Bioprodukte billig zu haben sind. Doch jede Preissenkung senkt das Tierschutzniveau», kritisierte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Die Versprechen der Branche, man wolle mehr Tierwohl schaffen, würden so konterkariert.

Der zunehmende Preiskampf beeinflusse nämlich auch den Tierschutz in den Ställen: Landwirte, die vom Handel nur wenig Geld für ihre Milch erhielten, wirtschafteten am Existenzminimum und ihnen fehlten dann die notwendigen finanziellen Mittel für dringende Tierschutzinvestitionen im Stall. «Unsere Kritik trifft auch alle andere Handelsunternehmen, die auf Kosten der Tiere im Fahrwasser der auf Aldi und Norma aktuell verdichteten Schlagzeilen, Preise senken», stellte Schröder klar. Er forderte Handel und Discounter auf, endlich ihre ethische Verantwortung wahrzunehmen und auf den Verkauf von tierischen Produkten zu Spotpreisen zu verzichten.

Um den wirtschaftlichen Druck Stand zu halten, würden die Tiere zudem zu immer höheren Leistungen angetrieben, monierte der Tierschutzbundpräsident. Habe eine Kuh 1995 im Durchschnitt noch 5400 kg Milch im Jahr geliefert, seien es heute fast 8000 kg. Als Folge dieser hohen Milchleistung litten die Kühe häufig an Stoffwechselstörungen, Euterentzündungen oder Klauenerkrankungen. Auch die Lebenserwartung der Tiere habe sich deutlich verkürzt.

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