20.02.2016 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierschutz
Missstände bei Tiertransporten aus der EU in die Türkei
Verschiedene Tierschutzorganisationen fordern einen Stopp für Langstreckentiertransporte aus der EU in die Türkei. Denn gemäss einer Studie weisen 70 Prozent aller Tiertransporte Verstösse gegen die EU-Tiertransportverordnung auf.

Hintergrund dieser Transporte ist das Interesse der EU, den Binnenmarkt von Nutztieren zu entlasten, um die Preise stabil zu halten. Nach jahrelangen Verhandlungen hatte die EU es 2010 schliesslich erreicht, dass die Türkei Tiere abnimmt.

Von 2010 bis 2015 sind aus der EU in die Türkei 900'000 Schafe, 850'000 Rinder und 5000 Ziegen exportiert worden, wie der Tierschutzbund Zürich, die Animal Welfare Foundation (Deutschland) und Eyes on Animals (Niederlande) am Samstag mitteilten. Die Organisationen haben in diesem Zeitraum am türkischen Grenzübergang Kapikule Tiertransportkontrollen durchgeführt- mit erschreckenden Resultaten.

«Qualtransporte»

Die Tierschutzorganisationen sprechen von «Qualtransporten». Diese würden verursacht durch Lenkzeitenüberschreitungen, unrealistische Zeitplanungen, falsche Angaben für Versorgungsstopps, fehlende Versorgung mit Futter und Wasser, Überladung mit zu vielen Tieren, unzureichende Stehhöhe, fehlende Einstreu und nicht ausreichend geschulte Fahrer.

Ausserdem blieben verletzte, sterbende, kranke und gebärende Tiere sich selbst überlassen, heisst es weiter. Dies alles sei inakzeptabel und rechtswidrig.

«Wir fordern einen Stopp für Langstreckentiertransporte aus der EU in die Türkei. Weder die EU Kommission, die Mitgliedsstaaten, die türkischen Behörden noch die Exporteure und Importeure sind in der Lage für eine rechtskonforme Abwicklung solcher Transporte zu sorgen», schreiben die Tierschutzorganisationen.

Sie haben auf rund 1000 Seiten sowie in einem Film die Ergebnisse der Tiertransportkontrollen an der türkischen Grenze in Kapikule festgehalten. Insgesamt wurden 352 Tiertransporter kontrolliert. Bei 247 wurden ein oder mehrere Verstösse gegen die EU-Tiertransportverordnung festgestellt.

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