18.01.2018 16:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Mit Israel Milchwirtschaft erneuern
Der Aufbau und die Entwicklung einer „neuen und modernen“ Milchwirtschaft soll in Russland mit Hilfe Israels vorangetrieben werden. Wie das Moskauer Landwirtschaftsministerium kürzlich mitteilte, ist die Basis dafür ein Agrar-Kooperationsabkommen beider Länder, das speziell die technische Unterstützung Israels auf dem Gebiet der Produktion und der Verarbeitung von Milch vorsieht.

Damit werde beabsichtigt, die russische Selbstversorgung mit Molkereierzeugnissen nachhaltig zu verbessern, so das Moskauer Agrarressort. Ministeriumsangaben zufolge deckte die heimische Milchproduktion 2016 nur etwa 81% der Marktnachfrage ab. Das Ziel seien jedoch mindestens 90%.

Das Projekt sieht in vier russischen Verwaltungsbezirken „grossformatige Milchwirtschafts-Cluster“ vor, die jeweils von 15 auf die Milchproduktion spezialisierten landwirtschaftlichen Betrieben mit Rohmilch beliefert werden. Die Produktionseinheiten sollen dabei jeweils 1'200 Kühe halten. Als Cluster-Standorte, in denen die vermarktete Milch auch verarbeitet werden soll, nennt das Ministerium den Landkreis um St. Petersburg, die bevölkerungsreiche Wolga-Teilrepublik Tatarstan, den knapp 500 km südöstlich von Moskau gelegenen Verwaltungsbezirk Tambow sowie den Bezirk Woronesch im südlichen Zentralrussland.

Über den Beginn des Vorhabens machte das Ministerium keine Angaben. Die Projektkosten eines einzelnen Clusters werden auf 1,3 Mrd. Rbl (22.1 Mio. Fr.) veranschlagt. Aus dem Föderationsbudget können laut Ministerium die Technikkäufe in Israel mit bis zu 30% subventioniert werden. Weitere finanzielle Zuwendungen für die Anschaffung israelischer Betriebsmittel soll es durch die Regionsregierungen geben.

Israel sei deshalb zum Kooperationspartner gewählt worden, weil es Hochtechnologie für die Landwirtschaft herstelle und speziell über eine moderne Milchwirtschaft verfüge, erläuterte das Agrarressort. Die Milchleistung je Kuh betrage in Israel 12 t bis 13 t im Jahr, in Russland seien es gegenwärtig nur 5 t.

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