12.02.2016 07:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
«Neue EU-Biostandards gefährden fairen Handel»
Strengere Kriterien beim Import von Bio-Produkten: das strebt die EU mit einer neuen Bio-Verordnung zum Wohle der Konsumenten an. Die geplanten Standards drohen nach Einschätzung der Organisation Fairtrade die Einfuhr fair gehandelter Produkte aus Entwicklungsländern zu gefährden.

Gerade Kleinbauern-Kooperativen könnten sich die künftig verlangten teuren Zertifizierungsverfahren nicht leisten, befürchtet die Organisation, die sich für fairen Handel mit Erzeugern in Asien, Afrika und Lateinamerika einsetzt.

Dabei könne schon jetzt der Bedarf bei einigen fair gehandelten Produkten nicht voll gedeckt werden. «Bei Bio-Bananen mit dem Fairtrade-Siegel sind wir in Deutschland so gut wie ausverkauft», sagte der Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath am Donnerstag auf der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg.

Sollte die EU-Kommission an ihren derzeit diskutierten Vorschlägen festhalten, würden viele Kleinbauern in den Entwicklungsländern den Zugang zum europäischen Markt verlieren, warnte der stellvertretende Chef von Fairtrade Italien, Antonio Compagnioni. «Das würde auch Fairtrade-Kleinbauernorganisationen hart treffen - vor allem in kleineren Entwicklungsländern», ist er überzeugt.

Die EU-Import-Regelungen müssten zwar verbessert werden, sie sollten aber auf die besondere Situation von Kleinbauern in Afrika und Asien stärker Rücksicht nehmen. Die neuen EU-Standards sollen nach seinen Angaben vor allem in solchen Anbauländern gelten, die bislang noch keine bilateralen Verträge mit der EU über Bio-Standards abgeschlossen haben.

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