27.08.2014 08:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Neue Kraftwerke verschlimmern Klimagasausstoss
Sinkende CO2-Emissionen sollen den Klimawandel bremsen. Doch zunehmend werden Kraftwerke gebaut, die fossile Energieträger verbrennen. Die derzeit vorhandenen Kraftwerke werden insgesamt voraussichtlich mehr als 300 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) ausstossen.

Das haben US-Forscher für eine Laufzeit von 40 Jahren berechnet. Bei einer Betriebsdauer von 50 Jahren wären es sogar 439 Milliarden Tonnen des Treibhausgases.

In die Kalkulation seien die nach 2012 errichteten Kraftwerke noch gar nicht eingerechnet, betonen Steven Davis von der University of California in Irvine und Robert Socolow von der Princeton University (US-Staat New Jersey) im Fachjournal «Environmental Research Letters».

Das Problem verschlimmern

«Wir sind weit davon entfernt, das Problem des Klimawandels zu lösen, und investieren massiv in Technologien, die das Problem verschlimmern», wird Davis in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. «Weltweit haben wir im letzten Jahrzehnt mehr Kohlekraftwerke gebaut als in irgendeinem früheren Jahrzehnt, und die Schliessung älterer Anlagen hält mit dieser Expansion nicht Schritt.»

Die beiden Forscher entwickelten ein Verfahren, um künftige Emissionen abzuschätzen. Wenn Kraftwerke, die aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Gas Strom erzeugen, durchschnittlich 40 Jahre laufen, werden sie demnach 307 Milliarden Tonnen CO2 verursachen. Die Emissionen solcher Anlagen steigen den Forschern zufolge um etwa 4 Prozent jährlich.

Vor allem Kohle

Bei der Stromerzeugung gehen demnach zwei Drittel des ausgestossenen CO2 auf das Konto des Energieträgers Kohle, der Rest verteilt sich auf Erdgas und Erdöl. Die EU und die USA haben in den vergangenen Jahren weniger Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen gebaut und sind mit ihren derzeit laufenden Kraftwerken für 9 und 11 Prozent der Emissionen verantwortlich. Dagegen entfallen 42 und 8 Prozent des Ausstosses auf China und Indien, kalkulierten die Wissenschaftler.

Die Forscher wendeten ihr Modell bisher nur auf den Energiesektor an, auf den 2011 weltweit etwa 40 Prozent der genutzten fossilen Brennstoffe entfielen. Grundsätzlich sei die Methode aber auch auf Bereiche wie den Verkehr oder den Bau von Gebäuden und Infrastruktur übertragbar.

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