14.06.2015 13:52
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
Nordamerikas Schweinehalter drängen auf Freihandel
Die führenden Verbände der Schweineproduzenten in den USA und Kanada haben ihre Regierungen erneut zu einem schnellen und umfassenden Abschluss des Transpazifischen Partnerschaftsabkommens (TPP) aufgefordert.

Laut einer vom kanadischen Verband der Schweineproduktion (CPC) in Auftrag gegebenen Studie würde die Nichtteilnahme Kanadas an dem Freihandelsabkommen mit insgesamt zwölf Ländern, darunter die USA, Australien, Chile, Japan, Mexiko, Neuseeland und Vietnam, zu erheblichen Marktanteilsverlusten und Erlöseinbußen führen. So könnte der wichtige Schweinefleischexport nach Japan, der im vergangenen Jahr ein Volumen von 870 Mio can$ (626 Mio Euro) erreichte, um mehr als 40 % einbrechen, falls Kanada beim TPP nicht mit an Bord wäre.

Nach Angaben des CPC-Vorsitzenden Rick  Bergmann hat die kanadische Schweinebranche solch schlechte Erfahrungen bereits gemacht, als der Wettbewerber USA frühzeitig einen präferierten Marktzugang in Südkorea aushandelte und die eigenen Ausfuhren dorthin deswegen um zwei Drittel einbrachen, was innerhalb von zwei Jahren 170 Mio can$ (122 Mio Euro) kostete. Große Marktanteilsverluste im hochpreisigen Japan könnten nicht wettgemacht werden, warnte Bergmann. Unterdessen erhöhte auch der US-Verband der Schweinefleischproduzenten (NPPC) seinen politischen Druck. Er forderte die Mitglieder des Repräsentantenhauses auf, bei der anstehenden Abstimmung dem US-Präsidenten Barack Obama das Mandat zum Abschluss internationaler Handelsvereinbarungen zu erteilen.

Ohne die sogenannte Trade Promotion Authority (TPA) fehle die „Hebelwirkung zum Abschluss des TPP“, betonte NPPC-Präsident Dr. Ron  Prestage. Er wies auf wissenschaftliche Studien der Universität Iowa hin, wonach die Verwirklichung der pazifischen Freihandelszone für die US-Schweineerzeuger eine riesige Chance sei, die mehr als 10 000 neue Arbeitsplätze in der Branche schaffen könne. Seitdem die USA 1989 damit begonnen hätten, bilaterale und regionale Handelsabkommen abzuschließen, seien die Schweinefleischexporte mengen- und wertmäßig um jeweils mehr als 1 000 % gestiegen.

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