9.03.2014 11:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Nur noch 6,31 Millionen Bauern in Europa
Der Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft schreitet voran. Wie aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission zur Verteilung der Direktzahlungen hervorgeht, sank die Zahl der Beihilfeempfänger zwischen den Haushaltsjahren 2005 und 2012 in der EU15 um 10,3% auf 4,397 Millionen und in den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten um 6,3 % auf 1,913 Millionen.

Gleichzeitig kletterte die Beihilfe pro Betrieb in der alten EU um 23 % auf 7 805 Euro, während sie sich in der EU10 auf 2 753 Euro annähernd vervierfachte. In Rumänien und Bulgarien, die seit 2007 EU-Mitglieder sind und über besonders viele Kleinbetriebe verfügen, ging die Zahl der Empfänger von 2008 bis 2012 um 3,1 % auf 1,199 Millionen zurück. Die Beihilfenhöhe verdoppelte sich dort im selben Zeitraum auf 1 079 Euro je Empfänger. Im Haushaltsjahr 2012 wurden nach Angaben der Kommission insgesamt 40,9 Mrd Euro als Direktbeihilfen ausgezahlt, davon 92 % entkoppelt.

Rund 84 % der Förderung floss in Form von Beträgen kleiner als 100 000 Euro an die Empfänger. Bei knapp 6 % handelte es sich um Gelder von mehr als 300 000 Euro pro Betrieb. Über 93 % der EU-Landwirte erhielten weniger als 20 000 Euro, während nur 0,2 % von Beträgen ab 100 000 Euro profitierte. Die Struktur schwankte jedoch stark zwischen den Mitgliedstaaten. In Deutschland entfielen etwa 42 % der 5,3 Mrd Euro Direktzahlungen auf Beträge von 50 000 Euro und mehr, gut 8 % auf Summen von wenigstens 500 000 Euro; dieses Geld ging an 5 % beziehungsweise 0,2 % der 328 000 Empfänger.

In Österreich standen insgesamt 0,7 Mrd Euro Direktzahlungen für 114 000 Empfänger zur Verfügung. Dort flossen lediglich 5 % der Beträge in Tranchen von 50 000 Euro und mehr. Fast 95 % der Betriebe erhielten weniger als 20 000 Euro. Die beiden Länder, in denen die Landwirtschaft am meisten von Großbetrieben dominiert wird, bleiben mit weitem Abstand Tschechien und die Slowakei. Prag zahlte rund ein Viertel der Fördersumme als einzelbetriebliche Beihilfen von 500 000 Euro oder mehr aus, Bratislava fast 19 %. In den beiden Ländern wurden nach der Wende die Kollektiv- und Staatsbetriebe zwar privatisiert, ihre Größe jedoch oft beibehalten.

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