4.04.2013 08:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Österreich: Züchter alter Tierrassen bangen um ihre Zukunft
Arche Austria, der in Österreich tätige Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen, sieht durch die EU-Agrarreform seine Arbeit gefährdet. Aufgrund des drohenden Wegfalls der Mutterkuhprämie sei zu befürchten, dass den vielen Haltern alter Haustierrassen in Österreich künftig weniger Fördergelder zur Verfügung stehen könnten.

Das würde den Auftrag zur Erhaltung der Biodiversität gefährden, aber auch den Wunsch vieler Österreicher nach einer flächendeckenden Landwirtschaft, warnte Obmann Thomas Stubreiter. Er berichtete von den derzeit schwierigen Verhandlungen um die Dotierung der Massnahme „Seltene Nutztiere“ im Agrarumweltprogramm des Bereichs Ländliche Entwicklung 2014 bis 2020.

Gerade die Arche- Bauern mit ihren im Bestand gefährdeten Tierrassen seien es, die auf Grenzertragsstandorten um ihre Existenz kämpften und somit die Grundlagen des Tourismus ermöglichten. Notwendig im Rahmen der Verhandlungen über die gemeinsame
Agrarpolitik sei eine Aufstockung der Finanzmittel für alle seltenen Rassen, denn die derzeitige Höhe der Ausgleichszahlungen könne die wirtschaftlichen Nachteile der Betriebe niemals abfedern.  Bei den einkommensschwächsten landwirtschaftlichen Betrieben zu sparen, sei weder sozial noch gesellschaftspolitisch zu vertreten, erklärte Strubreiter.

Im Österreichischen Umweltprogramm (ÖPUL) würden knapp 30 000 Tiere alter, gefährdeter Rassen gefördert. Dazu gehörten neun Rinderrassen, acht Schafrassen, sieben Ziegenrassen, fünf Pferderassen und zwei Schweinerassen. Dafür erhielten rund 4'900 landwirtschaftliche Betriebe etwa 4,2 Mio. Euro pro Jahr. Die Beratung der Zuchtorganisationen und Züchter erfolge durch die Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven landwirtschaftlicher Nutztiere (ÖGENE) und die Arche Austria mit ihren 1'200 Mitgliedern.

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