15.04.2013 16:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp/Reuters/dpa
Drogen
Opium-Anbau in Afghanistan auf rasantem Vormarsch
Vor dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 befürchten die Vereinten Nationen eine erneute Zunahme der Opiumproduktion in Afghanistan. Allen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zum Trotz sei die Produktion von Rohopium weiter rasant auf dem Vormarsch.

Es werde nicht nur in den bekannten Produktionsgebieten noch mehr  Mohn angebaut, heisst es in einem Bericht der UNO-Behörde gegen  Drogen und Kriminalität (UNODC), der am Montag in Afghanistans  Hauptstadt Kabul vorgestellt wurde. Anbauflächen gebe es auch in  Regionen, in denen bisher gar kein Opium hergestellt worden sei.

UNODC-Landesdirektor Jean-Luc Lemahieu sagte, möglicherweise  könnte in diesem Jahr die Rekord-Anbaufläche von 2007 erreicht oder  übertroffen werden, als auf 193'000 Hektar Schlafmohn kultiviert  wurde. «Aber wir haben keine genauen Zahlen, weil das nur eine  Vorhersage ist.»

Afghanistan ist laut UNODC für etwa 90 Prozent der weltweiten  Produktion von Rohopium verantwortlich, aus dem Heroin gewonnen  wird. Fast die Hälfte davon stamme aus der südlichen Provinz  Helmand, einer Hochburg der Taliban, heisst es im UNODC-Bericht.  Landesweit sei nur in einer einzigen Provinz eine Abnahme der  Anbaufläche zu erwarten.

Taliban als Nutzniesser

Der hohe Preis - umgerechnet gut 120 Euro pro Kilo - ist den  Experten zufolge der Hauptgrund für den zunehmenden Mohnanbau. Auch  die Ungewissheit über die Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der  ausländischen Soldaten sei ein entscheidender Faktor.

Nutzniesser der lukrativen Opiumproduktion sind vor allem die  Taliban, die gegen die Regierung und die internationalen Truppen  kämpfen: Laut Experten aus den USA und Afghanistan streichen sie  jährlich mindestens 75 Millionen Euro durch den Drogen-Schwarzmarkt  ein.

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