1.10.2013 06:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Polen: Agrarlandpreise kräftig gestiegen
In Polen sind die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen im bisherigen Jahresverlauf sprunghaft angestiegen. Wie die Zeitung Rzeczpospolita berichtete, wurden für einen Hektar auf dem freien Markt im zweiten Quartal 2013 im Schnitt umgerechnet 6'190 Euro (7'610 Fr.) gezahlt, 27% mehr als ein Jahr zuvor.

Bei Privatisierungen durch die staatliche Agentur für Landwirtschafts-Immobilien (ANR) stieg der Kaufwert im Mittel um 15% auf 5'071 Euro/ha (6'240 Fr./ha). Am gefragtesten seien hierbei große Flächen in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben gewesen. So hätten laut ANR-Angaben Grundstücke mit 100 ha bis 300 ha im Berichtsquartal bei Versteigerungen im Schnitt 5'452 Euro pro Hektar (6'680 Fr.) erlöst.

Trend soll anhalten

Die Landwirte hätten ihre Betriebe in den vergangenen Jahren modernisiert und hierdurch die Ressourcen ihrer bisher verfügbaren Flächen ausgeschöpft, erklärte Dariusz Macinski, Geschäftsführer der Firma Agrim, die einen auf Agrarimmobilien spezialisierten Investmentfonds betreibt.

Die einzige Möglichkeit, den Umsatz zu steigern, sei jetzt für die Bauern die Ausweitung ihrer Fläche, so Macinski. Deshalb übersteige die Nachfrage das Angebot, und dieser Trend werde sich fortsetzen.

EU-Flächenprämie steigt

Für eine weitere Verteuerung der landwirtschaftlichen Böden in Polen sprechen nach Darstellung von Agrarexperten auch die für das Land höheren EU-Flächenprämien im künftigen Finanzrahmen 2014 bis 2020. Der Warschauer Regierung zufolge werden 2014 pro Hektar voraussichtlich 217 Euro (270 Fr.) an EU-Direktbeihilfen gezahlt. Dieser Betrag dürfte noch um Mittel aus der Zweiten Säule aufgestockt werden. Zuletzt belief sich die Hektarprämie in Polen auf 190 Euro/ha (240 Fr.).

Grundstücke in Polen sind aber auch für Spekulanten interessant, denn von Mai 2016 an können auch Ausländer landwirtschaftliche Flächen ohne Sondergenehmigung erwerben. Polen wurde bei dessen EU-Beitritt im Jahr 2004 eine zwölfjährige Übergangsfrist eingeräumt. Nach der Liberalisierung des Bodenmarktes dürfte die Nachfrage weiter steigen, am stärksten nach Ansicht von Fachleuten für Flächen in Westpolen, und zwar in den Regierungsbezirken Westpommern, Lebus und Ermland-Masuren.

Im Bezirk Grosspolen mit der Hauptstadt Pommern hätten sich die Bodenpreise schon stark denen im östlichen Deutschland angenähert.

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