23.01.2017 17:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
EU
Polen will Milchsektor nicht öffnen
Die Europäische Union sowie Australien und Neuseeland könnten bald Gespräche zu einem Freihandelsabkommen aufnehmen. Polen will aber nicht mit Neuseeland und Australien über eine Öffnung des Milchsektors verhandeln, berichtet aiz.info.

Besonders Neuseeland verfüge über einen starken Milchsektor, der den krisengeschüttelten Milchbauern in der EU zusetzen könne, betonte der polnische Landwirtschaftsminister Krzysztof Jurgiel am Montag im EU-Agrarrat in Brüssel.

Bei allfälligen Gesprächen über ein Freihandelsabkommen müsse der Milchsektor deshalb aussen vor bleiben, fordert der polnische Agrarminister. Auch Österreich, Ungarn, Bulgarien und Litauen teilen die Sorgen von Polen. Man solle grosse Vorsicht walten lassen. Sie sprachen sich aber nicht direkt für einen Ausschluss des Milchsektors aus.

Die EU-Kommission will eine Folgeabschätzung abwarten und anschliessend die EU-Mitgliedstaaten um ein Verhandlungsmandat für Neuseeland und Australien bitten. Die EU-Mitgliedstaaten müssen Handelsgesprächen mit qualifizierter Mehrheit zustimmen. Ob die EU nach dem Brexit dem Geschäft oberste Priorität zuweisen wird, wird sich weisen. Das Handelsvolumen der EU mit den beiden Staaten beträgt lediglich 1,2% (Australien) und 0,2% (Neuseeland). Selbst mit Taiwan oder Algerien treibt die EU mehr Handel als mit Australien.

Zudem ist die EU-27 gemäss der «NZZ» für Australien und Neuseeland weniger attraktiv ist, als sie es mit 28 Mitgliedern war. Grossbritannien nimmt in der Handelsstatistik beider Länder mit Abstand den wichtigsten Platz aller europäischen Partner ein. 40% des Handels, den Australien mit der EU treibt, betreffen Grossbritannien. Von den exportierten Dienstleistungen, die heute einen Fünftel ausmachen und für Australien immer wichtiger werden, gehen gar die Hälfte ins Königreich, schreibt die «NZZ» weiter.

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