7.03.2017 15:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine
Preise für Lebensmittel deckeln
Die ukrainische Regierung will dem starken Anstieg der Lebensmittelpreise wieder durch Regulierung entgegen wirken. Das sieht zumindest der Gesetzentwurf „Über die Massnahmen für die Wiederaufnahme der staatlichen Preisregulierung für sozial wichtige Lebensmittel“ vor, der Ende Februar vorgelegt wurde.

Im vergangenen Oktober hatte die Regierung die staatliche Preisregulierung für drei Monate ganz ausser Kraft gesetzt. Nach Angaben des ukrainischen Verbandes der Lieferanten von Detailhandelsketten sind in diesem Zeitraum die Preise für 19 von 23 als „sozial wichtig“ eingestufte Lebensmittel kräftig gestiegen.

Insbesondere die für Eier und Butter schossen in die Höhe, und zwar um 39,9% beziehungsweise 21,7%. Milch verteuerte sich um 18,4 %, Käse um 10,8% und Zucker um 8%. Für Fett mussten die Konsumenten 6,3% mehr zahlen. Nach Angaben des staatlichen Statistikamtes setzte sich die Teuerung 2017 weiter fort. Seit Anfang des Jahres hätten die Preise für Käse, Milch und Butter nochmals um rund 20  bis 30 Prozent zugelegt. Auch Fleisch, Brot und Sonnenblumenöl hätten sich weiter verteuert.

Die Verfasser des Gesetzentwurfs gehen davon aus, dass die Ukrainer bald Lebensmittel zu europäischen Preisen kaufen müssen. Der ukrainische Durchschnittslohn liege jedoch nur bei rund 5'200 UAH (196 Fr.), was lediglich 6% des europäischen entspreche. Daher schlagen sie vor, maximal eine Preiserhöhung von 15 % im Jahr für eine Reihe von Lebensmitteln zu zulassen, darunter Babynahrung, Mehl, Brot, Nudeln, Getreide, Zucker, Schweine- und Rindfleisch, Wurst, Milch, Käse, Sahne, Butter, Eier und Sonnenblumenöl.

Die Liste ist damit fast identisch mit derjenigen, die vor der Abschaffung der staatlichen Preisregulierung galt. Allerdings hatten die Hersteller nach Darstellung des Lieferantenverbandes auch damals Wege gefunden, die staatliche Preisregulierung zu umgehen.

 

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