18.02.2019 10:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Protest gegen Zuckerfabrik-Aus
Die geplante Schliessung von Brandenburgs letzter Zuckerfabrik in Brottewitz (D) stösst auf breiten Widerstand. Angestellte, Gewerkschafter, Landwirte und Politiker protestierten am vergangenen Freitag gegen die von der Südzucker AG angekündigte Schliessung des vor rund 140 Jahren gegründeten Rübenverarbeiters.

Sie forderten den Erhalt der Fabrik. Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg unterstützte die Demonstration. LBV-Präsident Henrik Wendorffwies darauf hin, dass von der Schliessung neben den Fabrikarbeitern, Dienstleistern und Gewerbetreibenden auch 25 Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe mit Rübenanbau betroffen wären. 

Für die ohnehin strukturarme Region wäre das kein positives Signal. In der Konsequenz müssten die märkischen Rübenproduzenten ihre Ware bis ins sachsen-anhaltinische Zeitz transportieren. Das würde nicht nur für die Landwirte eine zum Teil extreme Erhöhung der Kosten für Transporte bedeuten, sondern auch den ökologischen Mehrwert der regional erzeugten Produkte schmälern, warnte Wendorff. Er rechnet damit, dass der Rübenanbau deshalb in Brandenburg schrumpft und auf vielen Flächen „eine wertvolle Kultur in der Fruchtfolge“ verloren geht. 

Wegen der anhaltend niedrigen Zuckerpreise hatte die Südzucker AG Anfang Februar umfassende Restrukturierungsmassnahmen und dabei die Schliessung der Fabriken im westfälischen Warburg sowie in Brottewitz nach der Kampagne 2019/20 angekündigt. Die zwei Standorte verfügen laut Konzernangaben zusammen über eine Kapazität von 200'000 t. Die Öffnung des EU-Zuckermarktes und der damit verbundene Preisabsturz bei Zucker hat die Mannheimer Unternehmensgruppe, wie auch andere Zuckerunternehmen, in Bedrängnis gebracht. 

Im dritten Geschäftsjahresquartal 2018/19 verbuchte die Südzucker AG in ihrem Kernsegment einen Verlust von 85 Mio. Euro (96.5 Mio. Fr.). Mit Blick auf das Gesamtgeschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem operativen Verlust zwischen 150. Mio Euro und 250 Mio. Euro (170 bis 284 Mio. Fr.).

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