4.09.2017 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Protest mit Milchpulverwolke
In den kommenden Wochen werden Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) in unterschiedlichen Bundesländern Aktionen unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ durchführen. Der Auftakt dazu fand am vorvergangenen Freitag anlässlich der Wahlkampf-Sommertour von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bad Kissingen und Fulda statt.

Die Milchviehhalter beförderten dabei mit einem grossen Gebläse Milchpulver hoch in die Luft und protestierten mit der grossen Staubwolke gegen die aus ihrer Sicht falsche Politik in der Milchmarktkrise, zu deren Hinterlassenschaft ein Interventionslagerbestand von rund 360'000 t Magermilchpulver in der Europäischen Union gehöre.

„Mit diesem Bild wollen wir darauf hinweisen, dass die bisherige Strategie der Milchkrisenbekämpfung für die Milchviehhalter fatale Folgen hat und auch den Steuerzahlern nur schwer zu vermitteln ist“, erklärte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. EU-Gelder seien regelrecht „verpulvert“ worden, um in der Krise riesige Pulvermengen einzulagern. Diese würden noch weit über die akute Krise hinaus auf die Milchpreise drücken und den Milchbauern so „wieder auf die Füsse fallen“, kritisierte Schaber.

Er warf der Bundesregierung vor, in der Krise 2015/16 viel zu lange gezögert zu haben, bevor dann doch noch für die Eindämmung der Milchproduktion Hilfsgelder gezahlt worden seien. Das habe die Krise verlängert und verschärft. Das sichtbare Zeichen des Missmanagements sei der übriggebliebene Milchpulverberg. „Wichtig ist, dass man daraus lernt und die richtigen Konsequenzen zieht“, betonte Schaber. Dazu gehört für ihn zwingend, dass in Krisenphasen Übermengen von Milch vermieden werden anstatt Produktüberschüsse einzulagern.

Das bestehende EU-Sicherheitsnetz müsse deshalb dauerhaft um die Möglichkeit erweitert werden, beiMarktstörungen die Milchproduktion zu deckeln oder zu reduzieren. Um den erfolgtenAnstieg der Milchpreise nicht zu gefährden, fordert der BDM zudem den Milchpulverberg jetzt marktunschädlich abzubauen.

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