5.07.2014 15:52
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fischerei
Rekordjahr für Europäischen Aal erwartet
In europäischen Gewässern wurden in dieser Saison außergewöhnlich viele Jungaale gefangen.

Wie der Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischer vergangene Woche mitteilte, gab es nach übereinstimmenden Meldungen an den europäischen Meeresküsten deutlich bessere Ergebnisse als im Vorjahr - sei es in Frankreich, den Niederlanden oder Irland. Die auch Glasaale genannten Jungtiere werden lebend für Besatzzwecke von Binnengewässern benötigt.

Aus Deutschland gibt es laut Verband bisher nur vereinzelte Meldungen. An der größten Fangstation an der Ems hätten die guten Vorjahresfänge von mehreren hundert Kilo nicht mehr erzielt werden können, nachdem das zuständige Landesamt Weisung erteilt habe, nach einem bestimmten Probennahmerhythmus zu fischen.

Eine Beobachtungsstelle in Wilhelmshaven habe die Information „mehr als im Vorjahr“ gemeldet. An der schleswig-holsteinischen Westküste würden die Ergebnisse von 2013 voraussichtlich ebenfalls übertroffen. In Mecklenburg-Vorpommern melde die Landesforschungsanstalt erstmals seit einigen Jahren wieder Glasaalfänge an der Ostsee. Die behördlichen Auswertungen dauerten in Deutschland noch an. Unter dem Strich erwarten die Fischer jedoch im vierten Jahr in Folge einen deutlichen Anstieg der Glasaalzuwanderung. Die großen Bemühungen der Fischerei um die Erhaltung des Aalbestandes zeigten beeindruckende Erfolge.

Infolge des reichlichen Angebots registrieren die Kutter- und Küstenfischer einen deutlichen Preisrückgang: Während für Glasaale im Vorjahr noch 500 Euro/kg gezahlt worden seien, hätten sie sich bereits zum Saisonbeginn auf 300 Euro/kg bis 400 Euro/kg verbilligt, hieß es. Zum Saisonende seien einzelne Partien für weniger als 100 Euro/kg in den Markt gedrückt worden. Experten rieten hier jedoch zur Vorsicht in Bezug auf Qualität und Herkunft. Insgesamt rieten sie jedoch dazu, die Preisentwicklung zu nutzen und die Besatzmenge zu erhöhen, um die Ziele der europäischen Aalmanagementpläne frühzeitiger zu erreichen. Der Verband geht ferner davon aus, dass Glasaale in der Größenordnung von Tonnen auch wieder illegal nach Asien exportiert wurden.

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