12.09.2014 06:56
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Rumänien
Rinderexport trotz Blauzungenkrankheit
In Rumänien wir die erste Lieferung von 5'000 Kühen der Fleckviehrasse „Bâltata Româneascâ“ im Rahmen des für die nächsten sieben bis zehn Jahren geplanten Gesamtexports von 500'000 Rindern nach China vorbereitet. Medienberichten zufolge soll der Transport im September und Oktober erfolgen und unter anderem über das gemeinsame rumänisch-chinesische Joint Venture „Cattle Ferma de Bovina SRL“ abgewickelt werden.

Das Unternehmen will jährlich mindestens 20'000 Kühe in die Volksrepublik ausführen, die zuvor im ganzen Land aufgekauft werden. Über die Durchführung der Rinderexporte hat der Präsident des Gemeinschaftsunternehmens, Dong Liu, nun den rumänischen Ministerpräsidenten Victor Ponta sowie Landwirtschaftsminister Daniel Constantin vor deren Reise nach China informiert.

Liu Dong wies dabei Bedenken der Bukarester Behörde für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit (ANSVSA) gegen die Ausfuhr zum gegenwärtigen Zeitpunkt wegen der im Lande kürzlich gemeldeten Fälle von Blauzungenkrankheit zurück. Die meldepflichtige Tierkrankheit, von der Wiederkäuer betroffen sind, war laut Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) erstmals Mitte August im Südosten Rumäniens offiziell bestätigt worden. Die Behörde meldete bis einschliesslich 30. August insgesamt 50 Ausbrüche mit 153 betroffenen Tieren, davon 43 Rinder sowie 110 Schafe und Ziegen.

Jordanien, ein wichtiger Importeur von Schafen und Rindern aus Rumänien, stoppte am 31. August die Einfuhr. Rumänien ist nach Australien Jordaniens zweitgrösster Fleischlieferant und exportiert dorthin jährlich zwischen 300'000 und 400'000 Schafe und Rinder. Verglichen mit den finanziellen Einbussen der Landwirte im Nachbarland Bulgarien, die dort durch die grassierende Blauzungenkrankheit mit mehr als 3'200 verendeten Tieren entstanden sind, halten sich die wirtschaftlichen Schäden für Rumäniens Landwirtschaft aber bisher noch in Grenzen.

Im Sofioter Landwirtschaftsministerium werden die finanziellen Einbußen durch die Blauzungenkrankheit auf mindestens 50 Mio. Euro (60,5 Mio. Fr.)geschätzt. Die „Reparatur“ der Folgeschäden werde noch viele Jahre beanspruchen, hiess es dort.

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