6.03.2013 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Rumänien
Rumäniens Bauern warnen vor Landverkauf an Ausländer
Unter Rumäniens Bauern mehren sich die Stimmen gegen die ab 2014 vorgesehene Zulassung des Verkaufs von landwirtschaftlichen Flächen an Ausländer. Alternativ dazu sollten ausländischen Interessenten die Grundstücke verpachtet werden.

Die Landwirte erinnern daran, dass es in anderen Staaten der Europäischen Union unter dem Aspekt der Ernährungssicherheit Gesetze gegen einen „Ausverkauf“ der heimischen Landwirtschaft gebe. Die Bauern bezweifeln Angaben des rumänischen Agrarressorts, wonach sich bisher 700'000 ha beziehungsweise 8,5 % der gesamten Landwirtschaftsfläche Rumäniens im Eigentum von Ausländern befinden sollen.  Tatsächlich sei die von Ausländern gekaufte Fläche mittlerweile „bedeutend grösser“ als in der offiziellen Statistik ausgewiesen werde.

„Sprachrohr“ der Bewegung gegen die Liberalisierung des Bodenmarktes ist der Präsident des Bauernverbandes in der Provinz Moldau, Daniel Ciobanu. Er wirft dem Bukarester Landwirtschaftsminister Daniel Constantin und seinen Beratern fehlende Standfestigkeit und mangelnde Initiative gegenüber der EU vor.  Dadurch sei Rumänien - ebenso wie Bulgarien - gezwungen worden, den Landerwerb durch Ausländer ab dem Jahr 2014 mehr oder weniger bedingungslos freizugeben.

Ciobanu betonte, Ausländer, denen es allein um den bäuerlichen Beruf und die landwirtschaftliche Produktion gehe, könnten auch auf Pachtland ertragreich wirtschaften und benötigten den Eigentumstitel nicht. Das Pachtsystem könnte durchaus eine Lösung und eine Alternative des Problems sein, das nicht zu einem Konflikt mit Brüssel führen müsse. Das zeigten beispielsweise die von Budapest und Warschau mit der EU-Kommission erzielten Kompromisse in dieser Frage.

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