15.09.2014 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Schweden
S: Unterstützung für Milchbauern gefordert
Der schwedische Bauernverband (LRF) befürchtet wegen des russischen Importstopps für Milchprodukte erhebliche Verwerfungen am Milchmarkt und hat die Politik deshalb zu geeigneten Gegenmassnahmen aufgefordert. Wie der LRF vergangene Woche in Stockholm mitteilte, kam das russische Einfuhrverbot für die schwedischen Milchbauern zur Unzeit.

Viele Betriebe hätten die schwierige Marktsituation der vergangenen Jahre noch nicht verwunden und befänden sich derzeit in einer schlechten wirtschaftlichen Verfassung. Der durch das Embargo beförderte internationale Einbruch der Milchpreise treffe die hiesigen Unternehmer deshalb besonders hart. Nach Angaben des Verbandes erwirtschaften konventionelle Milchbauern in dem skandinavischen Land nach Abzug der Futterkosten aktuell rund 1,7 skr (33 Rappen) pro Kilogramm Milch (ECM). Das seien bereits 0,32 skr (4 Rappen) pro Kilogrammweniger als vor einem halben Jahr.

Da hier von noch sämtliche anderen Betriebskosten und Löhne abgingen, könne die finanzielle Situation vieler Betriebe in den kommenden Monaten kritisch werden, zumal die Molkereiunternehmen weiter sinkende Erzeugerpreise angekündigt hätten, warnte der LRF. Bereits Anfang September hatte der Verband daher nach eigenen Angaben den schwedischen Agrarminister Eskil Erlandsson aufgefordert, mit zeitlich befristeten Staatsgarantien dafür zu sorgen, dass die Milchviehunternehmen bis zum Ende des russischen Embargos liquide bleiben.

Erlandsson soll sich nach dem Willen des LRF zudem auf EU-Ebene für marktstützende Massnahmen und einen einfacheren Zugang zu Drittmärkten einsetzen. Gefordert wurde darüber hinaus eine Entbürokratisierung des schwedischen Milchsektors, der nach Einschätzung des Verbandes im Vergleich zu dem vieler Wettbewerber überreguliert und marktfeindlich ist.

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