6.03.2013 08:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Schmallenberg-Virus lässt deutsche Zuchtrinderexporte einbrechen
Das Auftreten des Schmallenberg-Virus hat den deutschen Zuchtrinderexporteuren im vergangenen Jahr schwer zu schaffen gemacht. Wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR) vergangene Woche mitteilte, wurden 2012 nur noch 66'320 Zuchtrinder ins Ausland verkauft.

Dies entspricht eine Rückgang von 38'490 Tiere (-36,7%) weniger als im Vorjahr, teilte der ADR auf der Grundlage von vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit.

Begründet wird dieser deutliche Rückgang mit dem erstmaligen Auftreten des Schmallenberg-Virus im November 2011 und den darauf folgenden Einfuhrsperren von zahlreichen Drittländern. Die Ausfuhrzahlen wären wahrscheinlich noch stärker eingebrochen, hätte nicht die Türkei im vergangenen Jahr ihre Einfuhrrestriktionen für deutsche Zuchtrinder gelockert. Die Handelsliberalisierung ermöglichte deutschen Exporteuren, 9'295 Tiere zu liefern, womit die Türkei 2012 zum wichtigsten Abnehmer wurde.

Zweitwichtigste Exportnation war 2012 Algerien, wohin 8'686 Rinder verkauft wurden. Zu massiven Einbrüchen kam es dagegen im Italiengeschäft. Die Exporte in das Mittelmeerland nahmen gegenüber 2011 um 52,2%auf 7'513 Tiere ab. Auch Marokko bestellte mit
nur noch 4'585 Zuchtrindern (-60 % zu 2011).

Die Ausfuhr von Rindersamen konnte 2012 ebenfalls nicht an das gute Vorjahresergebnis anknüpfen. Mit insgesamt 3,9 Millionen verkauften Portionen orderten die Kunden im Ausland rund 10% weniger Spermapackungen. Die grösste Menge wurde mit 1,35 Millionen Portionen in die Türkei geliefert (+2,1%). Dagegen verbesserten sich die Ausfuhren nach Österreich. Mit fast 524'000 Einheiten wurde das Niveau von 2011 um 45,7% übertroffen. Fast zwei Drittel mehr Rindersamen konnten mit 182'000 Spermadosen nach Polen verkauft werden, während die Niederlande mit knapp 180'000 Portionen 2,4% weniger als 2011 abnahmen.

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