4.03.2015 11:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Schnelle Wende am Milchmarkt erwartet
Die Milchmärkte haben sich nach dem Tief in der zweiten Jahreshälfte 2014 überraschend schnell gedreht und entwickeln sich positiv. Alle europäischen Leitnotierungen zeigten wieder nach oben, teilte der Milchindustrie-Verband (MIV) am vergangenen Freitag in Berlin mit.

Nach Angaben des MIV zogen zunächst die Preise der Standarderzeugnisse wie Milchpulver und Butter an; nun folgten auch die konsumnäheren Produkte. „Die Dinge gleichen sich an, in vielen Bereichen haben wir Nachholbedarf“, stellte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser mit Blick auf die Preisentwicklung fest.

Zu der wieder freundlicheren Entwicklung trägt laut MIV auch der Export von Milchprodukten bei. Neue Märkte hätten gefunden und ausgebaut werden können, so dass trotz des Russlandboykotts und der Kaufzurückhaltung in China das Ausfuhrniveau der deutschen Milchindustrie stabil geblieben sei. Dabei habe der niedrige Eurokurs geholfen, die international gefragte deutsche Ware noch wettbewerbsfähiger zu machen und wichtige Ausschreibungen in Drittländern zu gewinnen.

Dankbar sei die Branche, so der MIV, auch für die Unterstützung aus Brüssel, denn die gewährten Beihilfen zur privaten Lagerhaltung hätten in schwierigen Zeiten dazu beigetragen, den Markt zu stabilisieren.

Den Milchbauern machte Heuser ebenfalls Hoffnung. Er wies darauf hin, dass die Milchpreise 2014 im Mittel auf Rekordniveau gelegen hätten, obwohl die Anlieferungsmengen in Deutschland auf einen historischen Höchstwert gestiegen seien. Zwar habe es im zweiten Halbjahr 2014 deshalb eine deutliche Korrektur des Milchpreises nach unten gegeben; „wenn es aber in allen Bereichenwieder besser werden wird, wird dies auch den Milcherzeugern in den nächsten Monaten zu Gute kommen“, prognostizierte der Verbandschef. Dabei schloss er nicht aus, dass die deutlich gesunkenen Konsumentenpreise für Milch und Milchprodukte auch wieder anziehen könnten.

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