5.09.2016 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Schwache Position der Bauern im Fokus
Für das informelle Treffen der EU-Agrarminister vom 11. bis 13. September in Bratislava haben die slowakischen Gastgeber die „Verbesserung der Marktposition der landwirtschaftlichen Produzenten in der Lebensmittelkette“ zum zentralen Thema gemacht.

Anfang Juni hatte das Europaparlament in einer Entschliessung die EU-Kommission bereits aufgefordert, Vorschläge gegen unlautere Handelspraktiken zu unterbreiten, um angemessene Einkünfte für die Landwirte und eine umfangreiche Auswahl für die Konsumenten zu sichern.

Die slowakische Landwirtschaftsministerin und EU-Agrarratspräsidentin Gabriela Matecná sieht bei diesem Thema ebenfalls Handlungsbedarf, zumal freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtungserklärungen der Wirtschaft bisher wenig gebracht hätten. Die in mehreren Ländern bereits bestehenden Gesetze gegen unfaire Handelspraktiken seien von Nation zu Nation sehr unterschiedlich, weshalb nun einheitlichere Regelungen für einen funktionierenden Binnenmarkt geprüft werden sollten.

Matecná möchte gemäss dem nun vorgelegten offiziellen Programm deshalb bei ihren Amtskollegen ausloten, welcher gemeinsame gesetzliche Handelsrahmen auf EU-Ebene diesbezüglich für möglich und notwendig gehalten wird. Sorgen bereitet der Agrarratspräsidentin angesichts der zunehmenden Konzentration in der Lebensmittelkette zudem die immer schwächere Stellung der Landwirtschaft und kleinerer Lebensmittelhersteller.

Möglichkeiten zu machtvolleren horizontalen Zusammenschlüssen von Produzentenorganisationen, aber auch der vertikalen Integration, sollen deshalb in Bratislava besprochen werden. Ein dritter Punkt wird die Verbesserung der Transparenz und eine gerechtere Verteilung der Margen in der Wertschöpfungskette sein. Die EU-Landwirtschaftsminister sollen deshalb Vorschläge für Massnahmen unterbreiten, die Informationsasymmetrien abbauen und die Preis- und Margenbildung entlang der Marktstufen transparenter machen.

Formelle Beschlüsse zur Verbesserung der Marktposition der landwirtschaftlichen Produzenten sind bei dem informellen Fachministertreffen allerdings nicht zu erwarten.

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