21.10.2013 16:22
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Schweinemarkt: Experten widersprechen EU-Kommission
Unabhängige Marktexperten aus den EU-Mitgliedstaaten haben die zukünftige Entwicklung der Schweineproduktion in der Gemeinschaft anders beurteilt, als es die EU-Kommission zuletzt getan hat.

Wie die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) am vergangene Woche mitteilte, kamen die nationalen Experten im Prognoseausschuss am 10. Oktober in Brüssel zu dem Ergebnis, dass sich der Rückgang der EU-Schweineproduktion im ersten Halbjahr 2014 zunächst noch fortsetzen dürfte. Die Kommission war dagegen kürzlich von einem leichten Anstieg ausgegangen.

Offizielle staatliche Daten noch nicht fehlerfrei

Konkret erwarten laut AMI die Marktanalysten des Prognoseausschusses für das erste Quartal 2014 eine Bruttoeigenerzeugung von 60,26 Millionen Schweinen in der Gemeinschaft. Das wären fast 370'000 Tiere oder 0,6% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal 2014 soll der Produktionsrückgang mit einem Minus von 0,3% schwächer ausfallen. Insgesamt dürften dann mit 57,84 Millionen Schweinen rund 150'000 Tiere weniger produziert werden als im Vorjahresquartal.

Die EU-Kommission ging dagegen Anfang Oktober in ihrer Kurzfristprognose für die Agrarmärkte in der EU von einem Anstieg der Schweineproduktion im Jahr 2014 um 0,5 % aus. In den ersten beiden Quartalen des kommenden Jahres sollte dabei die Produktion um 0,6% beziehungsweise 0,3% zulegen. Die Kommission greift bei ihren Prognosen auf offizielle staatliche Daten aus den Mitgliedstaaten zurück, die nach Einschätzung des AMI-Marktexperten Matthias Kohlmüller allerdings nicht immer fehlerfrei und aktuell sind.

Höhere Preise im 2. Quartal 2014

Kohlmüller, ebenfalls Mitglied im Prognoseausschuss, berichtete weiter, dass der mittlere EU-Schlachtschweinepreis 2013 voraussichtlich bei knapp 1,75 Euro/kg Schlachtgewicht (2,15 Fr./kg SG) liegen und damit das Vorjahresniveau um 2 % übertreffen werde.

Während die Schätzungen der Mitglieder im Prognoseausschuss für das erste Quartal 2014 sehr unterschiedlich ausfielen, gingen die meisten Experten für das zweite Quartal übereinstimmend von höheren Schweinepreisen im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode aus.

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