25.07.2018 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Skandinavien
Skandinavische Bauern leiden
In Schweden und Norwegen herrscht eine derartige Trockenheit wie kaum zuvor in den letzten 75 Jahren. Den Viehzüchtern vertrocknet das Futter für die Tiere, die Schlachthöfe bereiten sich bereits darauf vor, dass Bauern ihre Herde verkleinern werden müssen und der Blick auf die Getreideernte lässt wenig Zuversicht aufkommen.

Schweden ist grundsätzlich ein sehr wasserreiches Land. Teiche, Flüsse und Seen soweit das Auge reicht. Rund hunderttausend Seen gibt es allein in Schweden. Der grösste von ihnen, der Vänern, ist 60 Mal so gross wie der Zürichsee. Nicht nur hier in der Schweiz ist es trocken, auch die Schweden brauchen dringend Regen. Sie erleben die trockenste Anbau-Saison seit mehr als 25 Jahren.

Der Getreideernte blicken sie wenig zuversichtlich entgegen. Diese dürfte rund ein Drittel unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Vor den Augen der Viehzüchter vertrocknet das Futter. Sie machen sich Sorgen, wie sie ihre Tiere im Winter über die Runden bringen sollen. Die Schlachthöfe stellen sich bereits darauf ein, dass Bauern sich entscheiden müssen, ihre Herden zu verkleinern, wie die neue Zürcher Zeitung schreibt. Dies hätte zur Folge, dass die Erlöse für Fleisch wesentlich kleiner ausfallen würden, was wiederum Spuren in den Geldtaschen der Bauern hinterliesse.

Der schwedische Bauernverband hilft

Der schwedische Bauernverband Lantbrukarnas Riksförbund hat die Politik deshalb um Finanzhilfe gebeten, um die Krise überwinden zu können. Der Landwirtschaftsminister Sven-Erik Bucht har dem Bauernverband Unterstützung zugesichert. Dabei nannte er jedoch keine konkreten Zahlen.

Einer der Knackpunkte der gegenwärtigen Dürre ist das Tierfutter für den Winter. Bestellungen von Heu im Ausland sind zwar möglich, jedoch sind diese mit hohen Transportkosten verbunden. Zudem besteht die Gefahr, mit dem Heu Krankheitserreger oder Unkraut einzuschleppen. Dieses Problem belastet nicht nur die Viehbauern, sondern auch die Pferdebesitzer sind davon stark betroffen. Neben Heuimporten könnte auch auf industrielles Tierfutter ausgewichen werden. Hier stellt sich aber die Kostenfrage, weil die Preise wegen der absehbaren Getreideknappheit in Schweden steigen dürften.

Auch Norwegen leidet

Der skandinavische Nachbar Norwegen klagt sogar über die grösste Trockenheit seit über 70 Jahren. Die norwegischen Bauern riefen ihren Landwirtschaftsminister Jon Georg Dale auf, etwas zu tun. Daraufhin reduzierte Dale als Sofortmassnahme die Einfuhrzölle für Heu aus dem Ausland auf null. Auf Hilfe aus der EU kann Norwegen nicht hoffen.

Die stark unterstützte Landwirtschaft ist von der Zusammenarbeit mit Brüssel im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraumes explizit ausgenommen, schreibt die Neue Zürcher Zeitung weiter. Unter der Trockenheit im Norden leiden nicht nur die Bauern, immer noch lodern zahlreiche Wald- und Wiesenbrände in Skandinavien.

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