16.06.2013 08:52
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Streit um das Schächten hält an
In Polen streiten die betroffenen Verarbeiter, Landwirte und Tierschützer weiterhin um das Schächten von Tieren. „Das Verbot bewirkt, dass wir Märkte verlieren und die Existenz von 800'000 Bauernhöfen aufs Spiel setzen“, erklärte Slawomir Szyszka vom Bauernverband „Porozumienie Rolnikow“ am Dienstag vergangener Woche bei einer Pressekonferenz.

Ihm zufolge werden Rinder von fast allen Höfen auch für die rituelle Schlachtung in die 80 extra dafür eingerichteten Schlachtbetriebe geliefert. Der Zoologe Andrzej  Elzanowski  erklärte indes zur selben Zeit ebenfalls vor Journalisten, die Tötung von Tieren ohne vorherige Betäubung „verursacht dramatisch mehr Schmerzen als die konventionelle Tötung“.

Gefordert ist jetzt das polnische Parlament. Die Regierung hat im April eine Novelle zum Tierschutzgesetz in den Sejm eingebracht, wonach das Schächten wieder erlaubt werden soll. Erforderlich wurde die Gesetzesänderung aufgrund eines Urteils des polnischen Verfassungsgerichts, das 2012 die Verordnung, die das Schächten bislang regelte, aufhob. Der Gesetzentwurf sei „sehr restriktiv“, versicherte Ministerpräsident Donald  Tusk. Vorgeschrieben werde, dass die Tiere während des Tötungsvorgangs nicht gedreht werden dürften; eine Betäubung werde jedoch nicht verlangt. Polen exportierte bis Ende vergangenen Jahres das Fleisch geschächteter Tiere, unter anderem nach Israel und in die Türkei.

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