28.07.2013 08:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Globaler Milchmarkt
Studie: Exportchancen für Milchprodukte in Südostasien nutzen
Ein beachtliches Importpotential für Milch bescheinigt die Rabobank den südostasiatischen Märkten. In einer aktuellen Studie schätzen die Utrechter Experten den zusätzlichen Bedarf in Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam bis zum Jahr 2020 auf insgesamt 3 Mrd. l Milch.

Diese Menge sei von den dort ansässigen und vergleichsweise schlecht ausgerüsteten Unternehmen kaum zu liefern. Angetrieben werde der steigende Einfuhrbedarf durch hohe Geburtenraten, steigende Einkommen, eine verbesserte Ernährung, das Wachstum des Lebensmitteleinzelhandels, die zunehmende Verstädterung und nationale Schulmilchprogramme.

Die jährliche Wachstumsrate des Milchverbrauchs liege voraussichtlich bei 2,4%. Im vergangenen Jahr hätten die Einfuhren von Milchprodukten der Region bereits die Marke von 1,6 Mio. t überschritten. Das entspreche einem Wert von 5,5 Mrd. USD (5,1 Mrd. CHF).

Auch US-Unternehmen wollen Fuss fassen

Wie die Rabobank weiter ausführte, hat das rasante Marktwachstum zu einem scharfen Wettbewerb international aktiver Molkereiunternehmen in Südostasien geführt. Dort seien vor allem ozeanische und europäische Exporteure aktiv, die über „historische“ Handelsbeziehungen mit der Region verfügten. Außerdem versuchten neue Wettbewerber aus den USA, dort Fuss zu fassen.

Obwohl die Exporteure mit Blick auf Versorgungssicherheit, Sicherheitsanforderungen und Produktpalette meist besser aufgestellt seien als die lokalen Anbieter, werde häufig von enttäuschenden Markteintritten berichtet. Beispielsweise reagierten die asiatischen Konsumenten sehr empfindlich auf Preisänderungen, weil ihr Ausgabenanteil für Lebensmittel gemessen an ihrem verfügbaren
Einkommen noch relativ gross sei.

Protektionistische Massnahmen

Darüber hinaus habe die hohe Importabhängigkeit einige Regierungen zu protektionistische Massnahmen veranlasst. Dazu gehörten Preiskontrollen, Quoten, technische und sanitäre Anforderungen sowie Importlizenzen und -zertifikate. Unter diesen erschwerten
Bedingungen seien belastbare langfristige Absprachen zwischen den Exporteuren und den Zielländern am ehesten erfolgversprechend.

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