20.11.2014 07:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Syngenta: Weitere Klage wegen GV-Mais
Der Agrokonzern Syngenta ist nun auch vom Getreideverarbeiter Archer Daniels Midland (ADM) wegen dem genmodifizierten Maissaatgut «Agrisure Viptera» verklagt worden. Syngenta wird beschuldigt, die in den USA zugelassene Maissorte in Umlauf gebracht zu haben, ohne sicherzustellen, dass es nicht in Märkte exportiert wird, wo sie nicht zugelassen ist.

AMD seien «zig» Millionen Dollar an Verlust und zusätzlichen Kosten entstanden, so die am District Court in St. Charles Parish (Louisiana) eingereichte Klageschrift.

Landwirte verklagten Cargill

Mit der gleichen Argumentation haben bereits über 100 Landwirte in elf US-Bundesstaaten aber auch der US-Rohstoffhändler Cargill und der Getreideexporteur Trans Coastal Supply (TCS) das Unternehmen verklagt.

China, einer der wichtigsten Käufer von US-Getreide, hatte in diesem Jahr ganze Bootsladungen aus den USA abgelehnt, weil sie «Agrisure Viptera» enthielten. Die Kläger wollen nun von Syngenta entschädigt werden. Syngenta hatte in den letzten Monaten daran festgehalten, dass die Klage unbegründet ist.

Einschränkungen

Die Mitbewerber von Syngenta haben offenbar aus dem Schicksal der Basler gelernt. So hat Dow Agrosciences vor rund einer Woche angekündigt, die Einführung von «Enlist» zur Anbausaison 2015 hin erheblich einzuschränken, obwohl diese als die wichtigste Markteinführung aller Zeiten angekündigt worden war.

Die Entscheidung fiel, laut Aussage von Unternehmensverantwortlichen, nach langen Gesprächen mit führenden Getreideherstellern, die ihren Handel mit China nicht gefährden wollten. Unter dem Namen «Enlist» führt die Dow Chemical-Tochter gentechnisch veränderte Sojabohnen, Baumwolle und Mais, denen Resistenzen gegen ein gleichnamiges Herbizid und zwei weitere Spritzmittel eingebaut wurden.

Warten auf China

So will Dow Agrosciences neu seine neue Mais-Saatgutsorte «Enlist» nur in einem eng betreuten Programm auf den Markt bringen. Die US-Zulassung wurde den Amerikanern im Jahr 2012 erteilt, auf die Exportgenehmigung nach China wartet der Konzern immer noch.

Landwirte, welche die Mais-Sorte anbauen wollen, müssen diverse Anforderungen erfüllen und sich an ein striktes Anbauprotokoll halten. So seien neben den Feldern mit «Enlist»-Mais Pufferzonen einzurichten und als zusätzliche Schutzmassnahme würden Qualitätskontrollen durch Dritte vorgenommen, so die Pläne. Schliesslich müssen die Landwirte versichern, dass geernteter Enlist-Mais lediglich als Futtermittel für Tiere verwendet wird.

Mit diesen Massnahmen versucht Dow Agrosciences sicherzustellen, dass die Maissorte nicht den gleichen Weg wie «Viptera» von Syngenta geht - sprich nach China - und man sich die gleichen Probleme einhandeln wird. In der Zwischenzeit warte man weiter auf die Exportgenehmigung nach China, so Dow Agrosciences. Wie es 2016 weitergeht, werde situativ entschieden, resp. von der Erteilung einer Exportgenehmigung abhängig gemacht.

Strikte Massnahmen

Auch Enlist Soja wurde in China noch nicht zugelassen. Die Massnahmen von Dow Agrosciences sind in diesem Fall noch strikter: In einem Programm wird einer begrenzten Anzahl von Züchtern die Gelegenheit geboten, die neuesten Technologien des Unternehmens zu erfahren, bevor sie im Handel erhältlich sind.

Teilnehmende Landwirte würden die Sojasorte direkt im Auftrag und begleitet von Dow Agrosciences anbauen. Handhabung und Lagerung der Produktion nach der Ernte fallen in die Zuständigkeit des Agrarkonzerns.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE