7.02.2020 07:51
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Tierwohl-Label für ganze EU
Die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert eines Tierwohl-Label für die ganze EU.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich für ein EU-weites Tierwohlkennzeichen ausgesprochen. Auf dem Agrarratstreffen am Montag vergangener Woche in Brüssel unterstrich die CDU-Politikerin gegenüber ihren EU-Kollegen, dass ein solches Kennzeichen ein wichtiger Beitrag für mehr Tierwohl in Europa wäre.

Von der Europäischen Kommission forderte die deutsche Ministerin, einen entsprechenden Vorschlag vorzulegen. Laut Klöckner würde den Verbrauchern mit einem solchen Label eine bessere Orientierung bei ihrer Kaufentscheidung geboten; für Produzenten eröffneten sich neue Absatzmärkte für höherwertige Produkte.

Die Ressortchefin kündigte an, während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte das Themaweiter voranbringen zuwollen. Mit unterzeichnet wurde der deutsche Aufruf von Frankreich, Italien, Dänemark, Litauen und Belgien.Auch eine Reihe weiterer Delegationen zeigte sich dem deutschen Anliegen gegenüber aufgeschlossen.

So forderten die Niederlande und Zypern die Brüsseler Kommission auf, bei diesem Thema aktiv zu werden. Auch wenn die verantwortliche Gesundheitskommissarin Dr. Stella Kyriakides auf den deutschen Vorschlag wohlwollend und aufgeschlossen reagierte, warnte sie aber davor, dass dies ein „sehr komplexes und nicht einfach zu regulierendes Thema“ sei.

Kyriakides kündigte an, dass die möglicherweise erst für Juni geplante Vorstellung der Mitteilung zur „From-farm-to-fork“- Strategie auch ein wichtiges Kapitel zum Tierwohl beinhalten werde.

Iberische Halbinsel skeptisch Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger verwies auf die guten Erfahrungen, die das Alpenland bereits mit freiwilligen Labels gemacht habe. Ebenfalls für eine freiwillige Massnahme sprach sich der ungarische Agrarminister István Nagy aus; auch Finnland sowie Rumänien und Polen äußerten sich entsprechend.

Spaniens Agrarressortchef Luis Planas Puchades will hingegen zunächst in einer Studie den konkreten Bedarf an einem EU-Tierwohllabel klären lassen. Eher skeptisch äußerte sich auch Portugals Ministerin Maria do Céu Albuquerque zu einem EU-Tierwohlkennzeichen. Derweil bezeichnete die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina

Konrad ein europäisch verpflichtendes Kennzeichen als „Grundlage für mehr Tierwohl“. Zudem seien die daraus resultierenden vergleichbareren Wettbewerbsverhältnisse „Pflicht und keine Kür“. Nach Konrads Worten ist es daher „richtig und wichtig“, dass Klöckner für europaweit einheitliche und vergleichbare Standards werbe, so wie die Freien Demokraten es schon lange gefordert hätten.

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