29.09.2020 10:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Tschechien will EU-Käfigverbot bis 2030
Für ein EU-weites Verbot der Legehennenhaltung in Käfigen hat sich Tschechiens Landwirtschaftsminister Miroslav Toman ausgesprochen.

Der Prager Ressortchef legte seinen Ressortkollegen beim Agrarrat vergangene Woche einen entsprechenden Forderungskatalog vor, in dem er sich für eine Frist bis spätestens 2030 aussprach. Des Weiteren erinnerte die Prager Regierung in ihrer Stellungnahme daran, dass die Mehrheit der EU-Bürger die Käfighaltung ablehnten.

Toman erinnerte zugleich daran, dass Batteriekäfige bereits 2012 verboten worden seien und Legehennen seitdem nur in ausgestalteten Käfigen gehalten werden dürften. Der Prager Ressortchef sprach sich dabei für eine Harmonisierung der Regeln innerhalb des EU-Binnenmarktes aus. Überdies verwies er darauf, dass die meisten Einzelhändler vom Verkauf von Eiern von Legehennen in Käfigen zu Eiern aus Volierenhaltung übergingen.

Einseitige Verbote der Käfighaltung auf nationaler Ebene, wie sie von einzelnen Mitgliedstaaten beschlossen worden seien, lehne sein Land dagegen ab, da auch dies zu Verzerrungen auf dem Binnenmarkt führe.An die Kommission richtete Toman die Forderung, die Regeln auf EU-Ebene weiter zu harmonisieren. Gleichzeitig, so der Prager Minister, sei aber auch eine Entschädigung für diejenigen Erzeuger erforderlich, die gezwungen seien, ihren Betrieb vorzeitig zu schliessen und trotzdem noch ausstehende Kapitaldienste zu leisten hätten.

Die zuständige EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüsste die Initiative des mitteleuropäischen Landes. Die Prager Forderung falle mit dem Beginn der Eignungsprüfung aller EU-Rechtsvorschriften zusammen, die sich auf das Wohlergehen von Nutztieren bezögen. Dies sei auch ein wesentlicher Aspekt der Farm-to-Fork-Strategie, betonte Kyriakides. Ausserdem sei das tschechische Papier ein wichtiger Beitrag für einen gerechteren Binnenmarkt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE