22.11.2016 16:16
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Türkei
Türkei will Lebensmittelimporte verringern
Die Türkei will mit Hilfe eines neuen Agrarfördersystems ihre Abhängigkeit von Lebensmittelimporten verringern. Wie türkische Medien jetzt berichteten, setzt die Regierung in Ankara dabei auf ein neues „bezirksbasiertes“ Fördersystem.

Dafür seien in einem nun abgeschlossenen Projekt unter Zugrundelegung zum Beispiel von Klima- und Bodendaten landesweit 941 Bezirke identifiziert worden, in denen einzelne Produkte besonders preiswert und sicher erzeugt werden könnten. Die Produzenten in diesen Gebieten müssten die jeweils vorgesehenen Nutzpflanzen anbauen, um staatliche Förderung zu erhalten.

Zu den weiteren Inhalten der Neuregelung zählten die Einrichtung von Bezirken für die Nutztierhaltung sowie die Übernahme von betrieblichen Ausgaben für Düngemittel und Gas durch den Staat, hiess es in den Berichten. Wann die Neuregelung in Kraft treten soll, wurde nicht erläutert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete es bei der Vorstellung der geplanten Neuregelung als falsch, dass die Türkei trotz ihres natürlichen Reichtums an Ressourcen Lebensmittel importieren müsse. Es dürfe nicht sein, dass der „Preis von Tomaten und Pfeffer die Inflation in der Türkei beeinflussen, obwohl unsere Böden so fruchtbar sind“, sagte Erdogan.

Die Türkei erzeugte im Jahr 2014 laut Regierungsangaben Agrargüter im Wert von insgesamt 57,2 Mrd. USD (57.8 Mrd. Fr.). Produziert werden vor allem Milch, Fleisch, Getreide sowie Obst und Gemüse. Weltweit führend ist das Land in der Erzeugung von getrockneten Feigen, Haselnüssen, Sultaninen und Aprikosen. Den Agrarexport der Türkei beziffert die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationder Vereinten Nationen (FAO) für 2014 auf 12,6 Mrd. USD (12,7 Mrd. Fr.), die Lebensmittelimporte des Landes auf 7,8 Mrd. USD (7,9 Mrd. Fr.).

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