4.05.2018 12:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Indien
Über 140 Tote durch Staubstürme
Nach schweren Unwettern in Indien ist die Zahl der Toten auf mehr als 140 gestiegen. Wie die Behörden am Freitag mitteilten, starben bei Stürmen in den nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Rajasthan, Uttarakhand und Punjab 121 Menschen.

21 weitere kamen durch Blitzeinschläge in den zwei südlichen Bundesstaaten Andhra Pradesh und Telangana um. Die indische Meteorologiebehörde warnte, bis Dienstag könnten weitere Stürme folgen.

Taj Mahal unbeschädigt

Am stärksten betroffen in dem mit rund 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Indiens war der Bezirk Agra, wo das weltberühmte Bauwerk Taj Mahal steht. Dort wurden 43 Todesopfer gezählt. Im benachbarten Bundesstaat Rajasthan kamen nach offiziellen Angaben mindestens 33 Menschen ums Leben.

«Traurig über die verlorenen Leben wegen der Sandstürme in mehreren Orten Indiens», schrieb der indische Regierungschef Narendra Modi im Kurzbotschaftendienst Twitter. Den Hinterbliebenen der Todesopfer sprach er sein Mitgefühl aus. Das Taj Mahal wurde durch die Unwetter nicht beschädigt. Im April waren bei einem Sturm in der Gegend 15 Menschen getötet und zwei Ziertürme am Eingang des Taj Mahal zerstört worden.

Starke Windböen

Starke Windböen fegten am Mittwochabend über die Region, zu der auch die Hauptstadt Neu Delhi gehört, hinweg - gefolgt von Regen und Blitzeinschlägen. Bäume wurden entwurzelt und Strommasten umgerissen. Es kam zu Bränden.  In Neu Delhi hatte sich am Mittwoch ein weisser Schleier über die Stadt gelegt. Später gab es ein heftiges Gewitter. Todesopfer wurden aus der riesigen Metropole jedoch nicht gemeldet.

Die meisten Opfer starben den Angaben zufolge, als ihre Häuser einstürzten. Die hohe Zahl der Toten führten die Beamten darauf zurück, dass die Menschen zum Zeitpunkt des Sturms schliefen. Betroffen waren vor allem die einfachen Behausungen der armen Landbevölkerung mit Blechdächern und Lehmwänden.

Vielerorts fiel der Strom aus, umgestürzte Bäume blockierten Strassen. Laut den Katastrophenschutzbehörden verteilten deren Mitarbeiter Hilfsgüter. Die Regierungen der zwei Bundesstaaten versprachen den Familien der Todesopfer Entschädigungszahlungen von je 400 000 Rupien (knapp 6000 Franken). Im Sommer, der in Indien inzwischen begonnen hat, kommen Staubstürme mit heftigen Windstössen im Norden des Landes häufig vor. Die staatliche Wetterbehörde sagte für die kommenden Tage in Nord- und Ostindien weitere Gewitter vorher.sda

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