7.11.2013 14:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Klimawandel
Uhr für Weltklimavertrag tickt
Die Klimaforscher haben es gerade im Weltklimabericht bestätigt: Treibhausgase erwärmen das Klima. Die Ursache: Der Mensch. Bei der Klimakonferenz in Warschau soll nun endlich gegengesteuert werden.

Es bleiben nur noch zwei Jahre. In Paris soll 2015 endlich ein weltweiter Klimavertrag vereinbart werden. So hat es die Staatengemeinschaft schon 2011 in Durban in Südafrika beschlossen. Das Gerüst für das Ankommen soll ab Montag die in Warschau tagende 19. UNO-Klimakonferenz aufbauen.

Das Paris-Protokoll soll Ziele für alle 194 Mitgliedsstaaten der UNO-Klimarahmenkonvention beinhalten und ab 2020 in Kraft treten. Beim bisher einzigen verbindlichen Instrument, dem Kyoto-Protokoll, machen ausser den EU-Ländern und der Schweiz nur noch wenige Staaten mit. Doch werden sich auch China, Indien, Russland und die USA in die Pflicht nehmen lassen? Wie sollen Klimaschutzziele verbindlich festgelegt werden? Und wer überprüft am Ende die Einhaltung von CO2-Reduktionszielen? Ausgerechnet im Kohleland Polen sollen auf der Klimakonferenz vom 11. bis 22. November nun einige Antworten darauf gefunden werden.

Schweiz will transparente Regeln

Wegen der weiterhin enormen Öl- und Kohle-Vorkommen ist eine Trendwende bisher kaum zu erkennen, um die Erderwärmung auf noch beherrschbare zwei Grad zu begrenzen. Gastgeber Polen etwa hat sich bislang erfolgreich dagegen ausgesprochen, dass die Europäische Union als Vorreiter ihr Klimaschutzziel von minus 20 Prozent beim Ausstoss von Kohlendioxid bis 2020 auf 30 Prozent im Vergleich zu 1990 erhöht.

Die Schweizer Delegation soll sich nach dem Willen des Bundesrates in Warschau vor allem für klare und transparente Regeln einsetzen. Insbesondere sollen die freiwilligen Verpflichtungen aller Länder klar definiert werden. Industrieländer, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben, sollen ihre Emissionen im vergleichbaren Umfang reduzieren wie die Unterzeichnerstaaten.

Klimawandel ist vom Menschen gemacht

Zudem möchte die Schweiz erreichen, dass sich Staaten für das Klimaregime nach 2020 auf Reduktionsziele verpflichten, ohne diese an Bedingungen zu knüpfen. Umweltministerin Doris Leuthard wird am Ministertreffen teilnehmen, das ab dem 19. November stattfindet.
  
Seit 1880 ist die Temperatur schon um 0,85 Grad gestiegen, Klimaforscher warnen vor vier Grad und mehr. Sie haben ihre Arbeit im Wesentlichen getan. Im Grunde hatte der Weltklimarat mit seinem vierten Report 2007 schon alles gesagt, was er Ende September im ersten Teil seines fünften Reports zum Grossteil bestätigt und in Teilen sogar verschärft hat. Dass der Mensch Hauptursache für den Klimawandel ist, steht nun zu 95 bis 100 Prozent fest. Meeresspiegel steigen schneller als erwartet, es drohen weltweite Verwerfungen.

Anstrengungen auch in China und USA

Aber es gibt auch Lichtblicke. Für den gewaltigen Energiehunger seiner rasant wachsenden Wirtschaft setzt China zwar grösstenteils auf Kohle. Auf der anderen Seite treibt Peking mit Macht Klimaschutzprogramme voran. China führt im südchinesischen Shenzhen beispielsweise einen Emissionshandel ein. So ein Kauf von Verschmutzungsrechten soll landesweit Schule machen.

In den USA sinkt der CO2-Ausstoss unter anderem wegen der vermehrten Gas- statt Kohlenutzung. Ende Juni erklärte Präsident Barack Obama, Kohlekraftwerke zu CO2-Einsparungen verpflichten und den Ausbau von Wind- und Solarenergie voranzutreiben zu wollen. Nach Obamas Klimaplan soll in den USA erstmals landesweit eine Begrenzung der Emissionswerte gelten. In Gesetzesform ist der Entwurf bislang aber noch nicht gegossen worden.

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