18.07.2016 11:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine
Ukr: Düngerimport steigt massiv
Die Ukraine, die bislang als Nettoexporteur von Düngemitteln aufgetreten ist, entwickelt sich offenbar zu einem attraktiven Absatzmarkt für internationale Düngerlieferanten.

Wie das Consultingunternehmen Ukragroconsult mitteilte, versuchen derzeit viele EU-Anbieter in dem osteuropäischen Staat Fuss zu fassen. Zudem hat Russland seine Düngerlieferungen in das Nachbarland deutlich ausgebaut. Dies geht aus aktuellen Statistiken hervor, die jetzt vom Kiewer Landwirtschaftsministerium vorgelegt wurden.

Demnach haben die Importe von Stickstoffdüngern aus Russland von Januar bis Mai 2016 eine Gesamtmenge von etwa 400'000 t erreicht, das waren 52 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt hatten die Lieferungen aus Russland einen Wert von 204,3 Mio US-Dollar (200,6 Mio. Fr.), was einem Anteil von 63% an den Gesamteinfuhren entsprach. In der Summe führte die Ukraine im Berichtszeitraum Stickstoff-, Phosphor-, Kali und Kombidünger für 324,7 Mio USD (319 Mio. Fr.) ein.

Das Umsatzvolumen aller im Berichtszeitraum getätigten Düngerexporte lag bei 152,4 Mio. USD (167,42 Mio. Fr.). Nach Angaben des Ukrainian Agribusiness Clubs (UCAB) sind in der Ukraine die Preise für Ammoniumnitrat und Harnstoff seit Anfang dieses Jahres um 29 % beziehungsweise 23 % zurückgegangen. Als Grund wird das umfassendere Angebot aufgrund der höheren Importe und einer zumindest partiellen Erholung der inländischen Produktion genannt.

Der ukrainische Firmenchef Dmitry Firtasch, dem vier Unternehmen der Stickstoffchemie gehören, geht davon aus, dass sich der Mineraldüngerabsatz im kommenden Jahr verdoppeln wird. Selbst nach pessimistischen Prognosen sei eine Erhöhung des Düngerverbrauchs um mindestens 70% zu erwarten.

Eine etwas detailliertere Prognose bietet das ukrainische Exportunternehmen Ostchem, dem zufolge 2017 der Bedarf an Stickstoffdüngern von derzeit rund 950'000 t auf 2 Mio t Nährwertäquivalent steigen soll. Bei Phosphordüngern wird eine Verdopplung auf 460'000 t erwartet, während der Bedarf an Kalidüngern um 116% auf etwa 270'000 t zunehmen soll.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE