25.08.2014 13:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine/EU
Ukraine Agrarprodukte: EU neuer Absatzmarkt?
Angesichts des russischen Importembargos für zahlreiche ukrainische Agrarprodukte und Lebensmittel könnten die dortigen Exporteure als alternativen Absatzmarkt vermehrt die Europäische Union beliefern. Das hat zumindest das Kiewer Marktforschungsunternehmen AgriSurvey empfohlen,wie der Ukrainische Agribusiness-Klub (UCAB) am vergangenen Freitag mitteilte.

Der Wert der von dem russischen Einfuhrstopp betroffenen ukrainischen Produkte, darunter Milch und Molkereiprodukte, lebende Schweine, Säfte, Obst, Gemüse, Fisch, Sojabohnen und -schrot, Sonnenblumensaat sowie Kartoffeln und Zwiebeln, beläuft sich laut UCAB gemessen an den Ausfuhren von 2013 auf insgesamt 954 Mio. US-Dollar (872 Mio. Fr.).

Deutliche Spuren im Aussenhandel

Der Wert der Ausfuhren von Agrarprodukten und Lebensmitteln, die Russland bislang immer noch aus der Ukraine beziehe, habe im vergangenen Jahr 987 Mio. USD (903 Mio. Fr.) betragen. Allerdings sei das Risiko gross, dass auch diese Waren bald nicht mehr in das Nachbarland exportiert werden dürften, erklärte der Agribusiness-Klub.

Der politische Konflikt zwischen der Ukraine und Russlandhat bereits im ersten Halbjahr 2014 im Agraraussenhandel beider Länder deutliche Spuren hinterlassen. Dem Kiewer Landwirtschaftsministerium zufolge, hat die Ukraine im ersten Halbjahr 2014 Agrar- und Ernährungsgüter im Gesamtwert
von rund 655 Mio. USD (600 Mio. Fr.) nach Russland ausgeführt. Das waren 31,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Russische Politik „unberechenbar“

Laut Ressortchef Igor Schwajka war der Markt des Nachbarlandes für die Agrar- und Ernährungsbranche in der Vergangenheit zwar grundsätzlich lukrativ. Allerdings habe diese Destination zuletzt an Attraktivität verloren, weil die russische Politik unberechenbar, unsystematisch und mitunter auch unsinnig geworden sei, so der Minister. Manchmal wüssten die Exporteure nicht, ob ihre Lieferungen die Grenze passieren könnten.

Dort würden die Transporte dann zwei Wochen oder länger aufgehalten, obwohl es sich um leicht verderbliche Waren handele. Andererseits sei die ukrainische Landwirtschaft kaum auf russische Lieferungen angewiesen, so Schwajka. Eine Ausnahme seien die Mineraldüngerimporte aus Russland, wofür aber mittelfristig alternative Bezugsquellen gefunden werden könnten.

Umrechnungskurs: 1 USD = 0,915 CHF (25-8-14)

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