2.07.2016 18:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine
Ukraine: Milchbauern leiden
Nicht nur in der Europäischen Union, sondern auch in der Ukraine steckt die Milchwirtschaft in einer Krise. Laut Daten des nationalen Statistikamtes gab es im Mai 2016 noch 2,19 Millionen Kühe im Land. Das waren 3,6 % weniger als vor einem Jahr.

Die Milcherzeugung nahm in den ersten fünf Monaten 2016 gegenüber der Vorjahresperiode um 0,9 % auf rund 4,0 Mio. t ab. Negativ entwickelte sich in diesem Zeitraum auch der Export von Milchprodukten, der mit 38'800 t fast 14% unter dem Vorjahresniveau lag.

Die Vertreter der ukrainischen Milchindustrie äusserten sich angesichts der niedrigen Milchpreise, des saisonal bedingten Milchüberschusses und dem anhaltenden Rückgang der Milchkuhbestände besorgt. Der Verband der Milcherzeuger wies darauf hin, dass die Erlöse für Rohmilch bereits seit geraumer Zeit auch in den leistungsfähigen Betrieben unter dem Niveau der Produktionskosten lägen, so dass sich die Milchbauern am Rande des Bankrotts befänden.

Experten zufolge dürfte aufgrund des nachlassenden Konsums im Inland und der rückläufigen Exporte im laufenden Jahr ein Milchüberschuss von etwa 500'000 t in der Ukraine entstehen. Um die negative Entwicklung zu stoppen, so die Analysten, müssten die Abnahmepreise für Rohmilch erhöht werden, was momentan jedoch nur durch das Eingreifen des Staates erreicht werden könne.

Mitte Juni hatte sich wegen der verschärften Marktsituation eine ganze Reihe von Berufsverbänden, darunter auch die Milcherzeuger, mit einem offiziellen Brief an Landwirtschaftsminister Taras Kutowoy gewandt. Darin wurde um Unterstützung für die Milchbranche und um ein Treffen gebeten, damit ein gemeinsamer Plan für den Ausweg aus der Krise entwickelt werden könne.

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