18.04.2017 06:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ukraine
Ukraine soll Boden liberalisieren
Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt die Ukraine, das seit 2001 geltende Verkaufsverbot für landwirtschaftliche Flächen nun endlich aufzuheben. Dies ist eine Bedingung für weitere Hilfskredite.

Wie aus dem aktuellen IWF-Länderbericht von Anfang April hervorgeht, soll das Parlament in Kiew bis Ende Mai ein Gesetz zur Aufhebung des betreffenden Moratoriums verabschieden. Diese Bedingung knüpft der IWF an die Vergabe der fünften Tranche eines Hilfskredites, die sich auf 1,9 Mrd. USD (1,9 Mrd. Fr.) beläuft.

Obwohl der Währungsfonds bereits zuvor auf eine Reform bis Ende September 2016 gepocht hatte, verlängerte die ukrainische Regierung das Bodenverkaufsverbot am 6. Oktober um ein weiteres Jahr bis zum 1. Januar 2018. Nach Ansicht des IWF ist aber die Liberalisierung des Marktes für Agrarflächen eine wichtige Voraussetzung für die Steigerung des Wachstumspotentials in dem osteuropäischen Land.

Ein grosser Teil der ukrainischen Landbesitzer ist mittlerweile älter als 70 Jahre. Die Hälfte davon ist nach Angaben des Ukrainian Agribusiness Club (UCAB) bereit, ihr Land zu verkaufen. Dabei gehe es meistens darum, den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren. Der Umfang der landwirtschaftlichen Flächen in der Ukraine beläuft sich laut Angaben des Statistikamtes in Kiew auf insgesamt 41,51 Mio. ha. Davon befinden sich rund 75 % im Privateigentum. Der Rest gehört dem Staat. Die vom IWF geforderte Liberalisierung soll sowohl die staatlichen als auch die privaten Flächen betreffen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE