1.07.2019 14:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
«Umweltaktivisten» zerstören Äcker
Teilnehmer der Aktion „Ende Gelände“ trampeln für die Besetzung eines Tagebaus bei Garzweiler (D) durch bestellte Felder. Unter anderem wurden Karotten- und Weizenbestände zerstört. Betroffen von des Schäden durch die Umweltschützer ist unter anderem der als Bauer Willi bekannte Landwirt

Der als Bauer Willi bekannt gewordene Landwirt und Agrarblogger Willi Kremer-Schillings sowie weitere Berufskollegen sind Opfer sogenannter Umweltaktivisten geworden.

Müll und Trampelschäden


Rund 500 Teilnehmer der Aktion „Ende Gelände“, die am vorletzten Wochenende den Tagebau Garzweiler besetzten und damit gegen den Braunkohleabbau protestieren wollten, hatten sich den Weg dorthin bei Rommerskirchen unter anderem über Ackerflächen von Kremer-Schillings und Kollegen gebahnt und dabei keine Rücksicht auf die Kulturen genommen.

Laut dem Landwirt entstanden auf den Feldern erhebliche Trampelschäden, unter anderem an Karotten und Weizen. Zudem hätten die „Aktivisten“ in der Umgebung grosse Mengen an Müll hinterlassen. Problematischer ist für Bauer Willi aber die geringe Wertschätzung, die die Demonstranten den Lebensmitteln auf dem Acker entgegengebracht hätten. Dass die Arbeit der Landwirte einfach missachtet worden sei, schmerze mehr als der finanzielle Schaden, so Kremer-Schillings auf seinem Agrarblog.

„Arroganz der urbanen Eliten“

Er hat auch kein Verständnis für „Kollateralschäden“, die für vermeintlich höhere Ziele hinzunehmen seien. Das sei die „Arroganz der urbanen Eliten“, so Bauer Willi auf Twitter. Er wünscht sich nun eine Diskussion darum, wie „unsere Gesellschaft mit konträren Meinungen umgeht, welche Massnahmen zur Durchsetzung der eigenen Ziele erlaubt sind und welches Verhalten unser Zusammenleben gefährdet“.

Auch Agrarministerin Julia Klöckner kritisierte die „Ignoranz sogenannter Umweltaktivisten gegenüber dem Eigentum von Bauernfamilien“. „Wer achtlos über Gemüsefelder trampelt, Ernte und damit Eigentum zerstört, der geht respektlos mit Lebensmitteln um, und der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem bei seinem Kampf für das Klima“, erklärte Klöckner vergangene Woche in Reaktion auf die Aktion von „Ende Gelände“. 

Elitäres Verhalten

In Lebensmitteln steckten wertvolle Ressourcen, sie einfach zu zerstören und damit auch einen Teil der Grundlage von Bauern, sei „elitäres, ignorantes Verhalten“. So könne sich nur jemand benehmen, der keine „ordentliche Kinderstube“ aufweise, die ehrliche, harte Arbeit von Bauern nicht kenne, aber sonst sofort eine Meinung dazu habe.

Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Martin Schulz, begrüsste hingegen, dass Vertreter von „Ende Gelände“ sich öffentlich bei den betroffenen Landwirten entschuldigt und Entschädigungszahlungen angekündigt hätten. Darüber hinaus wünscht sich Schulz auch von Klöckner „Respekt vor bäuerlicher Arbeit“. Für ihn würde sich dies dann zeigen, wenn die Ministerin „das 1,5-Grad-Ziel entschlossen und konsequent anpackt“.

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