4.09.2018 09:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Unruhe: Veganes Festival abgesagt
Aus Sorge um die Sicherheit der Teilnehmer und Organisatoren hat die Verwaltung im französischen Calais ein für den kommenden Sonntag geplantes veganes Festival abgesagt.

Der Veranstalter, die Tier- und Umweltschutzorganisation Farplace France, erklärte, dass die Stadtverwaltung die Genehmigung widerrufen und im Gespräch auf „sehr deutliche Drohungen“ von Seiten der Viehhalter und Jäger verwiesen habe. Es werde nun nach einem alternativen Veranstaltungsort gesucht. 

Die Verwaltung benannte in ihrer schriftlichen Mitteilung allerdings keine Schuldigen. Die Absage sei aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und zum Schutz der Organisatoren und Besucher notwendig geworden. Es lägen Informationen über mehrere Aktionen vor, die im Umfeld des Festivals Unfrieden stiften und die öffentliche Ordnung stören wollten. 

Der Präsident des regionalen Berufsverbandes der Fleischer und Metzger, Laurent Rigaud, lobte im Gespräch mit der Zeitung „Le Figaro“ die Entscheidung der Stadt. Der Verband habe deutlich gemacht, bei Aktionen der Veganer „den Kontakt suchen zu wollen“. Gemeinsam mit Jägern, Viehhaltern und Gastronomen wäre man „zahlreich“ in Calais erschienen, um ein grosses Grillfest zu organisieren. Laut Rigaud sollte friedlich darauf hingewiesen werden, dass die Extremisten auf Seiten der Veganer zu finden seien. 

Veganer hätten kürzlich Schaufenster bei mehreren Metzgern und Restaurants zerschlagen. Das sei nicht hinnehmbar. Man werde „den Rücken nicht beugen“. Ende Juni hatte der Berufsverband des Metzger- und Fleischereihandwerks (CFBCT) nach Vandalismus gegen Fleischwarengeschäfte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb um polizeilichen Schutz gebeten und ein Ende der „physischen, verbalen und moralisierenden Gewalt“ gegen die Berufsvertreter gefordert. Bislang hat sich allerdings noch keine Organisation zu den Taten bekannt. 

Auf dem Festival in Calais wären Medienberichten nicht nur Kochkurse und vegane Produkte zu finden gewesen. Auch Organisationen wie die kontroverse Tierschutzgruppe L214 hätten daran teilgenommen.

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