26.03.2020 16:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
US-Farmer bangen um Erntehelfer
Der grösste US-Bauernverband (AFBF) befürchtet, dass im Zuge der Massnahmen der Washingtoner Regierung gegen die Ausbreitung von Coronavirusinfektionen bald nicht mehr genügend mexikanische Saisonarbeitskräfte für die Aussaat und Ernte zur Verfügung stehen könnten.

Wie der AFBF am vergangene Woche erklärte, setzt das US-Aussenministerium die Bearbeitung von entsprechenden Visaanträgen vorerst aus. Allerdings benötige die US-Agrarbranche jährlich mehr als 250'000 Saisonarbeiter, um das Angebot an Lebensmitteln für den heimischen Bedarf sicherzustellen.

Ausserdem sei zu befürchten, dass die gesundheitlichen Vorsichtsmassnahmen in den Verarbeitungsbetrieben die Produktion deutlich beeinträchtigen könnten. Schlachthäuser, Molkereien, Ethanolwerke und andere Verarbeiter spielten eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Kraftstoff, so der AFBF. Beeinträchtigt werden könne auch der Zugang zu Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln.

Deshalb sollten mögliche coronabedingte Betriebsschliessungen und Arbeitszeitverkürzungen genau beobachtet werden. Darüber hinaus verlangte der Verband, die notfallbedingten Ausnahmeregelungen für die Dauer von Lebensmitteltransporten auf die gesamte Agrarwirtschaft auszuweiten. Ausserdem forderte der AFBF das amerikanische Landwirtschaftsministerium(USDA) auf, mögliche Preismanipulationen auf den Agrarmärkten wie Dumpingpreise von Anbietern aus anderen Ländern zu verhindern.

Unterdessen kündigte das Washingtoner Agrarressort an, in Kooperation mit dem Arbeitsministerium in- und ausländische Arbeitskräfte identifizieren zu lassen, die den Sicherheitsvorschriften genügten. Laut US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue hat die Minimierung der Beeinträchtigung des landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes höchste Priorität.

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