26.02.2019 15:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
USA
US-Farmer muss 4000 Kühe töten
Im US-Bundesstaat New Mexiko trifft es den Farmer Art Schaap knüppelhart. Das Grundwasser wurde durch die US-Luftwaffe verschmutzt. Nun muss er die gesamte Herde einschläfern.

In der Nähe von Schaaps Farm in Clovis befindet sich einen Stützpunkt der Air Force. In einem Speziallöschschaum, der bei Trainingseinheiten eingesetzt wird, befinden sich Giftstoffe, wie topagrar.com berichtet.

56'000 Liter Milch entsorgen

Die PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind nun offenbar ins Grundwasser gelangt. Und diese haben auch sieben der insgesamt 13 Brunnen des Landwirts verschmutzt. Mit dem Wasser hat Art Schaap seine Kulturen bewässert und die Tiere getränkt. Über die Verunreinigung erfuhr er im vergangenen August, wie KCBD berichtet. 

So nahm das Unglück seinen Lauf. Pflanzen und Tiere nehmen die Substanzen auf und geben diese auch wieder ab, beispielsweise über die Milch. Nebst den Kühen sind auch ist auch die Familie Schaap betroffen. Momentan muss der Landwirt täglich 56'000 Liter Milch entsorgen. Die 40 Angestellten seines Betriebes hat Schaap entlassen. Die 4'000 Milchkühe sollen nun eingeschläfert werden. Der Farmer steht vor einem Scherbenhaufen.

Bis 80'000 Kühe betroffen

«Ich kann meine Milch nicht verkaufen. Ich kann das Rindfleisch nicht verkaufen. Ich kann die Kühe nicht verkaufen. Auch die Ernte und die Liegenschaft sind unverkäuflich. Wir haben kein Einkommen von der Farm. Die Luftwaffe wusste über die Verunreinigungen. Weshalb haben sie bloss nichts gesagt», sagte der frustrierte Bauer zur Zeitung «Serachlight». Die Familie hat 1992 die Farm gegründet. Über die Giftstoffe, die von der Air Force eingesetzt wurden, wurde die aus Holland eingewanderte Familie nie informiert.

Offenbar sind noch mehr Farmer von der Verunreinigung betroffen. Laut dem Magazin «Milk Business» werde im betroffenen Landkreis 80’000 Milchkühe gehalten. Die Giftstoffe verbreiten sich immer weiter. Die Behörden müssen deshalb primär die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen.  Bis Ende Jahr soll eine Lösung gefunden werden.


Air Force fokussiert auf Bevölkerung

Auch die Air Force legt den Schwerpunkt auf die Menschen. Man sei daran, das Problem in den Griff zu bekommen. «Unser Fokus liegt aber auf dem Trinkwasser für die Bevölkerung und nicht für jenes für die Landwirtschaft», sagte Mark Kinkade, Pressesprecher der Air Force zu den Medien. Die PFAS-Kontamination von Trinkwasser sei ein dringendes nationales Problem. Die Luftwaffe habe viel gemacht, um die menschliche Gesundheit und die Trinkwasserversorgung vor den Anlagen der Luftwaffe zu schützen. Es sei nun eine nationale Angelegenheit, die gesundheitlichen Auswirkungen auf Mensch und Tier anzugehen, teilte die Luftwaffe weiter mit.

PFAS

Eine Gruppe von chemischen Verbindungen taucht immer wieder in Nachrichten über belastete Kleidungsstücke und Nahrungsmittelverpackungen sowie Grundwasserverschmutzungen auf: die perfluorierten Verbindungen – oder mit vollständiger Bezeichnung: die poly- und perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Sie verbessern die Streich- und Fliesseigenschaften von Flüssigkeiten und sind stark wasser- und fettabweisend. Industriell werden sie zum Beispiel als Prozesschemikalien bei der Herstellung von Teflon eingesetzt, und sie werden auch in Feuerlöschschäumen in Flughäfen verwendet, was in vielen Ländern zu erheblichen Grund- und Trinkwasserverschmutzungen geführt hat. 

PFAS wirken toxisch auf Leber und Niere, können die Entwicklung von Embryonen beeinträchtigen sowie die Immunreaktionen des Körpers hemmen, und sie sind teilweise auch dafür bekannt, die Entwicklung von Tumoren zu fördern. Ausserdem sind die Verbindungen chemisch so stabil, dass sie in der Umwelt über Zeiträume von Jahrzehnten bis Jahrhunderten nicht nennenswert abgebaut werden. safety-plus.ch

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