16.06.2020 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
US-Schlachthöfe wieder in Betrieb
Nach der Schliessung von grossen Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben wegen Corona-Fällen bei Mitarbeitern im April und den von Präsident Donald Trump angeordneten Massnahmen zur Wiederaufnahme der Produktion Anfang Mai läuft die Fleischproduktion in den USA mittlerweile wieder fast normal.

Landwirtschaftsminister Sonny Perdue teilte vergangene Woche mit, dass wieder mit einer Kapazitätsauslastung von 95% produziert werde. So seien die Hersteller von Rindfleisch zu 98%, bei Schweinefleisch zu 95% und bei Geflügelfleisch zu 98% ausgelastet, gemessen an der Nutzung zur vergleichbaren Vorjahreszeit.

"Heldenhafte Mitarbeiter"

„Präsident Trump hat entscheidende Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass Amerikas Unternehmen der Fleischindustrie auf sichere Weise wiedereröffnet werden, damit Produzenten und Viehzüchter ihr Produkt auf den Markt bringen können“, erklärte Perdue.

Er dankte den „patriotischen und heldenhaften“ Mitarbeitern und Unternehmen der Fleischbranche sowie den örtlichen Behörden für die schnelle Wiedereröffnung, damit Millionen Amerikanern wieder eine grosse Auswahl an Fleisch angeboten werden könne.  Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge wurden in der Woche zum 7. Juni in den meldenden Schlachthöfen rund 2,45 Millionen Schweine geschlachtet. Vier Wochen zuvor waren es nur 1,78 Millionen Stück gewesen.

Kein Rückstau bei Schweinen

Erstmals seit langem wurde auch wieder die vergleichbare Vorjahresmenge übertroffen, und zwar um 1,7% bei der Anzahl der verarbeiteten Tiere und um 4,2% bei der Schweinefleischerzeugung. Die produzierte Menge an Rindfleisch lag zuletzt nur noch um 0,4 % unter dem Niveau der Vorjahreswoche. Bei Schweinen war zudem in den vergangenen Wochen ein leichter Rückgang der Schlachtgewichte festzustellen.

Der Geschäftsführer des global agierenden Zuchtunternehmens Genesus, Jim Long, bezweifelt, dass die in den Medien genannte Zahl von landesweit 4 Millionen bis 7 Millionen noch überhängigen Schlachtschweinen zutrifft. Dagegen würden die abnehmenden Schlachtgewichte und der nicht vorhandene Stallplatz sprechen. Einen Rückstau gebe es sicher regional, wo die drei grossen Werke von Smithfield, JBS und Tyson geschlossen worden seien, räumte Long ein.

Schweine seien aber auch zu anderen Betrieben umgeleitet oder eingeschläfert worden. Wie viel notgetötete Tiere es gebe, sei nicht bekannt und gebe Raum für Spekulationen.

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