17.05.2015 06:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
Verbände warnen von dramatischer Lage am EU-Milchmarkt
Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) haben bei einem Treffen mit der EU-Kommission am vergangenen Mittwoch in Brüssel eindringlich auf die kritische Lage am EU-Milchmarkt hingewiesen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Milch“, Mansel  Raymond, erklärte: „Derzeit sind die Preise in der gesamten EU niedrig. Manche Landwirte können nicht kostendeckend produzieren, was zu schwerwiegenden Problemen mit dem Cash-Flow führt.“ Raymond warnte, die Erzeuger könnten ihre Produktion aufgeben, wenn nichts unternommen werde.

Gleichzeitig komme auf die Landwirte in dieser Situation die Zahlung einer Superabgabe in Höhe von 800 Mio Euro zu. „Wir appellieren daher an die Kommission, sicherzustellen, dass das Geld aus der Superabgabe im Sektor verbleibt“, betonte Raymond. Angesichts der schwierigen Zeiten sollten auch EU-Maßnahmen zur Marktverwaltung, wie die öffentliche Intervention und private Lagerhaltung, effizienter werden. Zudem müsse man sich ernsthaft mit einer Anhebung des EU-Milchinterventionspreises befassen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Milch und Milchprodukte“ von WPA und COGECA wiesen darauf hin, die extreme Marktvolatilität sei ein ernstes Problem, mit dem umgegangen werden müsse. Es seien deshalb schon mehrere Systeme analysiert worden, die von Gewinnspannenschutzsystemen in den USA über Terminmärkte und Festpreiskontrakte bis hin zu flexiblen Kontrakten mit unterschiedlicher Bezahlung der Milch nach Typ A Typ B reichten.

All dies müsse jedoch noch genauer untersucht werden. Wichtig sei, dass sich Landwirte individuell und freiwillig für solche Maßnahmen entscheiden könnten. Der Generalsekretär von COPA COGECA, Pekka  Pesonen, warnte mit Blick auf die bilateralen Freihandelsgespräche zwischen der EU und den USA davor, dass die qualitativ hochwertige und kostenintensive Erzeugung geschützter Herkunftserzeugnisse in der Gemeinschaft durch US-Imitate unterlaufen werden könnte, wenn nicht auf gleiche Ausgangsbedingungen geachtet werde.

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