7.04.2017 16:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Viehdiebe: Keine Schleierfahndung
Im Osten von Deutschland sind in den vergangenen Monaten mehrere hundert Rinder gestohlen worden. Die CDU forderte im Bundesland Brandenburg mehr Kompetenzen für die Polizei, um die Bauern zu schützen. Die Mehrheit im Landtag war aber dagegen.

Die Bauern im Bundesland Brandenburg sind beunruhigt. Rinder wurden von Weiden oder gar aus Ställen geklaut. Die Tiere sind in der Folge spurlos verschwunden. Die Polizei vermutet, dass die Rinder in osteuropäische Länder verschoben wurden, um dort Herden aufzubauen. Denn die Diebe waren wählerisch, oft klauten sie nur die besten Tiere einer Herde.

Ohne Verdacht kontrollieren


2016 wurden gemäss Polizeistatistik 180 Runder geklaut, in diesem Jahr bereits über 300. Nun haben sich auch Politiker der Sache angenommen, wie die «Berliner Morgenpost» schreibt. Die oppositionelle CDU forderte, die steigende Zahl der Viehdiebstähle mit der sogenannten Schleierfahndung zu bekämpfen. Dies würde der Polizei erlauben, im gesamten Bundesland bei der Fahndung nach Viehdieben auch ohne konkreten Verdacht Fahrzeuge zu kontrollieren.

Der Vorstoss wurde jedoch abgelehnt. Die CDU reagierte empört. «Ich bin entsetzt, wie kraftlos und lieblos das vom Ministerpräsidenten immerhin zur Chefsache erklärten Phänomen Viehdiebstähle behandelt wird», sagte deren innenpolitischer Sprecher.

Für SPD übertrieben

Für die Fahndung der Diebe wurde eine Sonderkommission (Koppel) eingesetzt, diese umfasst vier Beamte. Für die CDU viel zu wenig. Man müsse die Polizei zudem mit mehr Kompetenzen ausstatten.

Für die SPD ist die Forderung viel zu übertrieben. Auch andere Delikte wie Diebstahl oder Einbrüche würden die Bürger belasten. «Erzählen Sie uns hier, dass Sie neben jede Kuh, jedes Häschen und jedes Auto einen Polizisten stellen wollen? Das ist lächerlich», sagte ein Abgeordneter der SPD.

Bauern aufklären

Zufallskontrollen seien auch kein geeignetes Mittel zur Ergreifung der Diebe, gaben die Grünen zu Protokoll. Und der Innenminister von Brandenburg, Karl-Heinz Schröter (SPD), sagte, die CDU wolle mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Man müsse die Bauern über Schutzmassnahmen aufklären. «Wenn man nach einem Viehdiebstahl feststellt, dass die Stalltüren nicht verschlossen waren, weiss man, dass es da Nachholbedarf gibt», erklärte der Innenminister im Landrat.

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