14.09.2020 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/mge
EU
Viel Geld für grünen Pflanzenschutz
Die Pflanzenschutzindustrie plant Milliardenbeträge für Investitionen bis 2030. Das Geld ist für die Bereiche Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft, sowie Innovationen im biologischen Pflanzenschutz vorgesehen.

Als Antwort auf den Green Deal der EU-Kommission haben die Mitgliedsunternehmen des europäischen Verbandes der Pflanzenschutzindustrie (ECPA) vergangene Woche in Brüssel ihre „2030 Commitments“ vorgestellt. Die Agenda der Selbstverpflichtungen umfasst die Bereiche Innovation und Investitionen, Kreislaufwirtschaft sowie Umwelt- und Anwenderschutz.

Kreislaufwirtschaft soll gestärkt werden

Laut ECPA verpflichten sich die Unternehmen, in den kommenden zehn Jahren insgesamt 14 Mrd Euro (15 Mrd CHF) für innovative Lösungen in der Landwirtschaft zu investieren. Auf den wachsenden Bereich Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft entfielen davon 10 Mrd Euro (10.7 Mrd CHF), auf den biologischen Pflanzenschutz 4 Mrd Euro (4.3 Mrd CHF).

Um das von der EU ausgegebene Ziel der Kreislaufwirtschaft zu stärken, sollen EPCA zufolge ausserdem europaweit bis zum Jahr 2025 mindestens 75 % der verwendeten Pflanzenschutzmittelkanister zurückgenommen werden. Dieser Wert sei in dem deutschen System der Packmittel-Rücknahme Agrar (PAMIRA) in den zurückliegenden Jahren bereits erreicht worden; die Recyclingquote der zurückgenommenen Verpackungen habe dabei in den vergangenen drei Jahren über 90 % betragen. Zum verbesserten Umwelt- und Anwenderschutz würden die Unternehmen und die nationalen Verbände in den EU-Mitgliedstaaten bis 2030 für eine Million Landwirte und landwirtschaftliche Berater Trainingsprogramme anbieten, kündigte ECPA zudem an.

Fortschrittsbericht alle zwei Jahre

Der EU-Dachverband wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass der Industrieverband Agrar (IVA) schon seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit Partnern wie dem amtlichen Dienst oder den Landwirtschaftskammern Gewässerschutz-Symposien anbiete. Insgesamt seien hierbei bislang rund 1 000 Anwender und Berater geschult worden. Der Fortschritt des Programms solle von einem externen Gremium, dem Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehörten, überprüft werden, teilte ECPA ferner mit.

Einige Massnahmen in Österreich bereits umgesetzt

Alle zwei Jahre werde die europäische Pflanzenschutzindustrie einen Fortschrittsbericht veröffentlichen. Laut der österreichischen Industrie Gruppe Pflanzenschutz (IGP) sind in dem Alpenland „einige der geplanten Massnahmen“ bereits weitgehend umgesetzt. So seien schon in der Vergangenheit gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Österreich und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz (ÖAIP) Gewässerschutztagungen veranstaltet worden, um die Landwirte zu informieren und zu sensibilisieren. Darüber hinaus gebe es zahlreiche Initiativen ihrer Mitgliedsunternehmen zur Entsorgung leerer Pflanzenschutzmittelkanister, aber auch hinsichtlich der Restmengen von Pflanzenschutzmitteln, erklärte die IGP

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