23.05.2016 11:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Warnung vor Insolvenzwelle bei Milchbauern
Vor einer drastischen Insolvenzwelle hat der Vorsitzende des Verbandes der dänischen Milchbauern, Kjartan Poulsen, gewarnt.

Gegenüber dem Radiosender DRSyd wies Poulsen in der vergangenen Woche darauf hin, dass seit Jahresanfang bereits 32 Milchviehbetriebe die Produktion eingestellt hätten, was nochmals über der schon hohen Quote des Vorjahres liege.

Die Ursachen dafür seien nicht nur die extrem niedrigen Erzeugerpreise, sondern auch die hohe Verschuldung vieler Unternehmen, die nun ihre finanziellen Lasten nichtmehr tragen könnten. Die aktuellen Konkurse hält der Verbandsvorsitzende jedoch nur für die „Spitze des Eisbergs“.

Für den Fall einer fortgesetzten Krise am Milchmarkt rechnet er damit, dass bis Jahresende noch wesentlich mehr Milchbauern in die Insolvenz gehen dürften. Dies deuteten auch Berechnungen des Agrarforschungszentrums (Seges) an, so Poulsen. Ihm zufolge geht das zum Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) gehörende Forschungszentrum davon aus, dass rund 700 der aktuell noch aktiven 3'300 Milchviehbetriebe des Landes in der Krise stecken.

Etwa 400 davon sollen akut von der Insolvenz bedroht sein. Vor diesem Hintergrund warb Poulsen, der auch zum Vorstand des European Milk Board (EMB) gehört, für eine europaweite Regulierung der Milchproduktion. Niemand könne dauerhaft für weniger als 27 ct/kg (30 Rp./kg) Milch erzeugen. Deshalb müssten die Milchbauern in der EU endlich aufhören, einander „in den Tod zu konkurrieren“, erklärte Poulsen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE