2.08.2016 17:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Wasserzukunft für Bauern Herausforderung
Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt von Hochgebirgen. Die Auswirkungen können dabei auch bei eigentlich ähnlichen Gebieten sehr gegensätzlich ausfallen, wie ETH-Forschende am Beispiel des Himalaja und der Anden zeigen.

Im Himalaja werden Menschen künftig mehr mit Hochwasser zu kämpfen haben, in den Anden dagegen mit längeren Trockenzeiten und weniger verfügbarem Wasser, wie die Forschenden im Fachjournal «PNAS» berichten. Zu diesem Schluss kamen sie, indem sie zwei ähnliche Gebirgsregionen in Nepal und Chile anhand von Messdaten und Klimamodellen untersuchten, wie die ETH Zürich mitteilte.

Zwei Drittel weniger Wasser

Bei den Gebieten handelte es sich um das obere Langtang-Tal in Nepal und die Region Juncal in den zentralen Anden. In beiden finden sich mehrere Gletscher und Berge von über 6000 Metern Höhe. Beide sind ausserdem wichtige Wassereinzugsgebiete für Millionen Menschen und werden laut Klimamodellen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts einen ähnlichen Anstieg der jährlichen Durchschnittstemperatur erleben.

In der Anden-Region Juncal wird die Trockenzeit ausgeprägter werden. Ab 2030 wird das aus diesem Wassereinzugsgebiet abfliessende Wasser gemäss den Berechnungen der Forscher stetig weniger. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts könne die Wassermenge im extremsten Szenario auf ein Drittel der heutigen schrumpfen.

Gletscher auf verschiedenen Höhen

Im Langtang-Tal im Himalaja ist das Gegenteil der Fall: Die Menge des abfliessenden Wassers wird bis etwa 2050 oder 2060 zunehmen - und das in jedem der berechneten Szenarien. Im Extremfall könnte die Menge um bis zu 70 Prozent zunehmen. Bis 2100 könnte die Menge dann stabil bleiben oder wieder abnehmen.

Die unterschiedliche Entwicklung erklären die Forscher unter anderem mit der Gletscherschmelze und damit, dass die Gletscher in den beiden Regionen auf unterschiedlichen Meereshöhen liegen. In Langtang liegen die Gletscher höher und werden erst in Zukunft stärker abschmelzen, während in Juncal das Maximum der Schmelze schon überschritten sei, schrieb die ETH.

Bauern dürfte Wasser fehlen

Ausserdem wird es in der nepalesischen Region Langtang mehr Niederschläge geben. In Juncal hingegen wird sich die Sommertrockenheit von Dezember bis März verstärken.

Heute bewässern die Bauern in den fruchtbarsten Gebieten Chiles ihre Felder mit Schmelzwasser. «Liefern die Gebiete im Oberlauf der Flüsse künftig weniger Wasser, sind Massnahmen, welche den sorgfältigen Umgang mit den Wasserreserven fördern, wichtig », sagt Silvan Ragettli, Postdoktorand am Institut für Umweltingenieurwissenschaften an der ETH Zürich.

Im nepalesischen Himalaya hingegen müsse das Augenmerk auf die Bewältigung von Hochwassern gelegt werden. Durch den Klimawandel werde die Schneegrenze steigen. «Bei steigenden Niederschlagsmengen in Form von Regen fliesst das Wasser sofort ab, was zu extremen Hochwassern führen kann», so Ragetti.


Hier lesen Sie mehr

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE