23.05.2019 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Neuseeland
Weltmilchmarkt: Anstieg gestoppt
Nach elf Anstiegen in Folge sind die Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade bei der Auktion dieser Woche in Summe wieder gesunken. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, verringerte sich gegenüber der letzten Auktion um 1,2%.

Die einzelnen Notierungen tendierten allerdings sehr unterschiedlich: Während die Preise für wasserfreies Milchfett, Butter und Vollmilchpulver im Schnitt rückläufig waren, wurden Cheddar-Käse, Laktose, Kasein und Magermilchpulver höher bewertet als bei der vorangegangenen Auktion. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt.

Butter mit grösstem Minus

Negativ entwickelte sich die durchschnittliche Notierung für wasserfreies Milchfett (Butteröl), sie sank um 1,4% auf 6'140 USD/t (6'197 Fr.). Auch der Index für Butter tendierte mit 5'297 USD/t (5'346 Fr.) (-3,2%) nach unten. Die Butterkurse hatten an dieser Handelsplattform zwischen Dezember 2018 und April 2019 deutlich zugelegt. Buttermilchpulver wurde diesmal nicht angeboten.

Cheddar-Käse verzeichnete den stärksten Zuwachs, der Index stieg gegenüber dem vorhergehenden Event um 15,2% auf 4'851 USD/t (4'896 Fr.). Kasein konnte immerhin um 5,1% auf 6'916 USD/t (6'980 Fr.) zulegen. Der Kurs für Laktose erhöhte sich im Mittel um 0,6% auf 893 USD/t (901 Fr.).

Milchpulver: Uneinheitliche Preisentwicklung

Der gegenläufige Preistrend im Pulverbereich hat weiter angehalten: Die mittlere Notierung für Magermilchpulver legte um 0,5% auf 2'529 USD/t (2'552 Fr.) zu. Gleichzeitig tendierte Vollmilchpulver - das Leitprodukt dieser Auktion - erneut schwächer, der Index verringerte sich um 2,1% auf 3'180 USD/t (3'209 Fr.). Wie berichtet, waren die GDT-Notierungen für Magermilchpulver zwischen Dezember 2018 und Februar 2019 deutlich gestiegen und im März rückläufig. Seither ist wieder eine positive Tendenz zu beobachten. Bei Vollmilchpulver hatten die Notierungen zwischen Dezember 2018 und März 2019 deutlich zugelegt, nunmehr erfolgte der vierte Rückgang in Folge.

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 15'510 t verkauft, das entspricht einem leichten Plus gegenüber der vorhergehenden Auktion (15'375 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter verringerte sich von 179 auf 149.

China wird Tendenz wesentlich mitbestimmen 

Im Zusammenhang mit den sinkenden Notierungen für Vollmilchpulver weisen Analysten darauf hin, dass vor allem die Kurse für die zeitnahen Kontrakte (Juni, Juli 2019) zur Schwäche neigten. Die Käufer dürften offensichtlich ihren kurzfristigen Bedarf bereits gedeckt haben, wird vermutet. Generell wird von den Experten erwartet, dass die GDT-Notierungen nicht spürbar sinken werden, solange die stabile Nachfrage aus China anhält.

Das Reich der Mitte ist mit Abstand der grösste Importeur von Molkereiprodukten. Das gilt insbesondere für Voll- und Magermilchpulver sowie für Butter und Butteröl. Im ersten Quartal 2019 führte China 278'000 t Vollmilchpulver (+29% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018) sowie 106'000 t Magermilchpulver (+28%) ein. Bei Butter(öl) sanken die Importe um 21% auf 25'000 t, bei Käse nahmen sie um 3% auf 28'000 t zu. 

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