2.02.2019 09:36
Quelle: schweizerbauer.ch - awp
Agrochemie
Wieder ein Chinese bei Syngenta
Beim Agrochemiekonzern Syngenta wurde ein Sinochem-Manager als Chef des China-Geschäfts installiert. Syngenta wurde aber vor zwei Jahren für 43 Milliarden Dollar von ChemChina gekauft, einem anderen chinesischen Staatskonzern.

Sinochem und ChemChina befinden sich angeblich seit Längerem in Fusionsgesprächen. Der Präsident von Sinochem Agriculture, Qin Hengde, wurde damit «beauftragt», das China-Geschäft von Syngenta zu überwachen, sagte Syngenta-Sprecher Andrew McConville am Freitag zu AWP und bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Financial Times».

VR-Präsi ist auch Chinese

Syngenta habe die Ernennung am 24. Januar intern angekündigt, sagte er. Qin ersetzt den Regional Director China von Syngenta, Andrew Guthrie. Dieser geht Ende März in den Ruhestand, ergänzte McConville.

Bereits letzten Juli übernahm Ning Gaoning das VR-Präsidium bei Syngenta. Gaoning ist Chairman bei Sinochem und hat dieses Amt vor rund einem halben Jahr auch bei ChemChina übernommen. Er beerbte bei Syngenta den ehemaligen ChemChina-Präsidenten Ren Jianxin, den Architekt der milliardenschweren Akquisition. Ren Jianxin ging im vergangenen Jahr in den Ruhestand.

Angebliche Riesenfusion

Finanzagenturen berichten seit 2016, dass Sinochem und ChemChina über eine Fusion diskutieren. Letzten Juli berichtete auch die chinesische Finanzpublikation Caixin, dass eine Fusion bevorstehe. ChemChina benötige die solidere Bilanz von Sinochem, um den Milliardenkauf Syngentas zu verdauen.

Die angeblich bevorstehende Fusion wurde von den Beteiligten stets bestritten. Auch Syngenta-Sprecher McConville wollte sich am Freitag nicht zu diesem Thema äussern.

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