27.01.2015 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU-Agrarpolitik
Zahl der EU-Agrargeldempfänger weiter rückläufig
Neue Statistiken belegen den ungebrochenen Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft. Wie aus einem aktuellen Bericht der EU-Kommission zur Verteilung der Direktzahlungen hervorgeht, sank die Zahl der Beihilfeempfänger zwischen den Haushaltsjahren 2005 und 2013 in der EU-15 um 12,0% auf 4,313 Millionen und in den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten um 6,6 % auf 1,907 Millionen.

Gleichzeitig kletterte die durchschnittliche Beihilfe pro Betrieb in der alten EU um 25,3% auf 7'927 Euro, während sie sich in der EU-10 auf 3'095 Euro mehr als vervierfachte. In Rumänien und Bulgarien, die seit 2007 EU-Mitglieder sind und über besonders viele Kleinbetriebe verfügen, ging die Zahl der Empfänger von 2008 bis 2013 um 4,3% auf 1,184 Millionen zurück. Die Beihilfenhöhe stieg dort im selben Zeitraum auf fast das Dreifache auf 1'334 Euro je Empfänger.

Im Haushaltsjahr 2013 wurden nach Angaben der Kommission insgesamt 41,67 Mrd. Euro an Direktbeihilfen ausgezahlt, davon 93% entkoppelt. Rund 83% der Förderung floss in Form von Beträgen kleiner als 100'000 Euro an die Empfänger. Bei 6 % handelte es sich um Gelder von mehr als 300'000 Euro pro Betrieb. Über 93% der EU-Landwirte erhielten weniger als 20 000 Euro, während nur 0,45 % von Beträgen ab 100'000 Euro profitierten.

Die Struktur schwankte jedoch stark zwischen den Mitgliedstaaten. In Deutschland entfielen gut 41% der 5,25 Mrd. Euro an Direktzahlungen auf Beträge von 50'000 Euro und mehr, knapp 8% auf Summen von wenigstens 500'000 Euro. Dieses Geld ging an 5 % bzw. 0,2% der insgesamt 324'000 Empfänger. In Österreich standen 0,7 Mrd. Euro Direktzahlungen für 112'000 Empfänger zur Verfügung. Dort flossen lediglich 5% der Beträge in Tranchen von 50'000 Euro und mehr. Fast 95% der Betriebe erhielten dort weniger als 20 000 Euro.

Die beiden Länder, in denen die Landwirtschaft am meisten von Grossbetrieben dominiert wird, bleiben mit weitem Abstand Tschechien und die Slowakei. Prag zahlte 26 % der Fördersumme als einzelbetriebliche Beihilfe von 500'000 Euro oder mehr aus, Bratislava mehr als 21%. In den beiden Ländern wurden nach der Wende die Kollektiv- und Staatsbetriebe zwar privatisiert, ihre Grösse jedoch oft beibehalten.

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