15.09.2014 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Lanz
Zürich
18'000 Kilo Milch für je 1 Franken abgesetzt
Katrin und Stefan Böni sind zufrieden. Ihr Projekt «1 Stutz für d Milch»hat sich unter dem Strich ausbezahlt.

Am ersten Milchzahltag von Samstag vorletzter Woche wurde den Bauern der Ertrag aus dem Projekt «1 Stutz für d Milch» erstmals ausgerichtet. Stefan Böni zeigt sich mit dem Ergebnis von rund 5'000 Franken zufrieden. «Wir haben ein Produkt verteuert und trotzdem mehr davon abgesetzt.» 

Mindestpreis garantiert

Der Ertrag wurde den Rohmilchlieferanten am Samstagabend im Gästehaus Zum Tulpenbaum in Neubrunn bei Turbenthal bar ausgezahlt. «Mit unserer Aktion sorgen wir dafür, dass es sich für die Landwirte lohnt, silofreie Milch zu produzieren», sagt der ausgebildete Käser und Sommelier Maître Fromager.

Die Produktion von silofreier Milch, wie sie für die Herstellung von qualitativ hochstehenden Rohmilchprodukten verwendet wird, ist sehr aufwendig. Der Milchpreis, der heute dafür bei den meisten gewerblichen Dorfkäsereien bei etwa 70 Rappen liegt, deckt die Produktionskosten der Bauern kaum. Mit dem Projekt «1 Stutz für d Milch» soll ein Mindestpreis von einem Franken pro Liter garantiert werden.

Fairer Handel als Vorbild

«Wir haben fast 18000 Kilo  Milch für je einen Franken abgesetzt», betont Böni. Gut 100 Landwirte bekamen zwischen 20 und 105 Franken bar in die Hand gedrückt. Für Böni ist das zwar der sprichwörtliche «Tropfen auf den heissen Stein». Er spricht aber von einem Start mit Symbolcharakter.

Jetzt gehe es vor allem darum, weitere Detaillisten vom Projekt zu überzeugen. «Je mehr Produkte mit Zuschlag abgesetzt werden, umso mehr zahlt sich das für die beteiligten Bauern aus.»

Einfluss auf Milchpreis

Böni und seine Mitstreiter sind davon überzeugt, dass es ihnen gelingt, die Käseliebhaber auch weiterhin für das Projekt zu begeistern. Angestrebt wird ein noch höherer Käseabsatz, trotz höherem Preis. Einen willkommenen Nebeneffekt sehen Katrin und Stefan Böni darin, dass die Konsumenten mit dem Aufpreis direkt Einfluss auf den Milchpreis nehmen und damit ihrer Wertschätzung für den Mehraufwand der Milchproduzenten Ausdruck geben können. «Was bei anderen fair gehandelten Produkten funktioniert, sollte auch bei uns klappen.»

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