28.05.2019 14:09
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sal
Milchmarkt
3 Rappen: Käser stellen Bedingung
Die Fromarte, der Dachverband der gewerblichen Käser, wird Mitglied in der Branchenorganisation Milch (BOM) bleiben. Die Organisation empfiehlt den Mitgliedern, den Nachhaltigkeitszuschlag umzusetzen. Fromarte stellt aber Bedingungen.

Die Delegierten der Branchenorganisation Milch (BOM) beschlossen am 2. Mai den Branchenstandard «Nachhaltige Schweizer Milch». Im für alle BOM-Mitglieder verbindlichen Reglement steht, dass ab dem 1.September auf der Milchgeldabrechnung ein Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rp./kg bezahlt und separat ausgewiesen werden müsse, und zwar auch auf aller verkästen Silomilch, die als A-Milch abgerechnet werde.

Eigeninteressen zurückgestellt

Bei den Käsern löste der Entscheid keine Freudensprünge aus. Doch man habe die übergeordneten Interessen der Branche höher gewichtet als die Eigeninteressen, schreibt Fromarte in einer Mitteilung am Dienstag. Deshalb habe die Organisation die Einführung des Standards nicht verhindert.

Die Käser fordern von den Milchbauern, dass wie vereinbart bis in vier Jahren sämtliche Milch nach dem Branchenstandard produziert wird. Der für das A-Segment der Molkereimilch beschlossene Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rappen je Kilogramm wird ab September im A-Richtpreis abgebildet. Fromarte empfiehlt seinen Mitgliedern, den Nachhaltigkeitszuschlag nach Möglichkeit umzusetzen.

Verbleib in der BOM

Nach der BOM-Delegiertenversammlung wurde auch ein Austritt der Fromarte aus der BOM in Erwägung gezogen. Dieses Szenario ist vom Tisch, wenn auch nur knapp. «Nach intensiver und vertiefter Diskussion und Abwägung aller Interessen hat sich der Zentralvorstand mit einer knappen Mehrheit für den Verbleib in der BO Milch ausgesprochen», heisst es in der Mitteilung. Man wolle nun konstruktiv mitarbeiten.

Preise für Käse im Laden sollen steigen

Der Dachverband fordert aber vom Detailhandel, dass dieser der Entscheid der BOM mitträgt. Die Preise für Käse sollen deshalb erhöht werden. Die Erhöhung soll eine «vernünftige» Margenverbesserung für die Milchverarbeitung ermöglichen. «Eine Ausrichtung des Nachhaltigkeitszuschlags zu Lasten der Käsehersteller wird strikte abgelehnt», so die unmissverständliche Botschaft.

Ein Nachhaltigkeitszuschlag für silofreie verkäste Milch lehnt Fromarte ab. «Für verkäste silofreie Milch wird bereits heute einen deutlich höherer Milchpreis ausgerichtet, die Nachhaltigkeit ist bereits abgegolten», heisst es in der Mitteilung. Dass gemäss BOM-Beschluss Käse aus nachhaltiger silofreier Milch mit der Nachhaltigkeits-Kennzeichnung ausgelobt werden darf, auch wenn für diese Milch auf der Milchgeldabrechnung kein separat ausgewiesener Nachhaltigkeitszuschlag aufgeführt wird, nimmt Fromarte erfreut zur Kenntnis.

Die Schweizer Käsespezialisten steht für rund 500 gewerbliche Käsereien. Der Dachverband hat einen Marktanteil von rund einem Drittel an der Milchverarbeitung, zwei Dritteln an der Schweizer Käseproduktion und von 80 Prozent an den Käseexporten.

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